HSBC-Chefstratege David Bloom
„Niemand ist so blöd, eine globale Depression zu riskieren“

Ein Zusammenbruch des Euros wäre eine Katastrophe, sagt HSBC-Chef-Währungsstratege David Bloom. Im Interview erklärt er, warum die Euro-Zone auf dem richtigen Weg ist und wieso die Welt einen schwachen Dollar braucht.
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Herr Bloom, die Euro-Krise zieht immer weitere Kreise. Steht der Euro vor dem Zusammenbruch?

Ich sehe am Devisenmarkt keine Krise. Wir haben sehr volatile Aktien- und Bondmärkte. Aber der Euro ist extrem stabil.

Dass die Euro-Zone ein bedrohliches Schuldenproblem hat, können Sie kaum abstreiten.

Das ist richtig. Aber Europa hat die Schuldenkrise nicht allein, es ist ein globales Megathema. Und die europäischen Politiker gehen die Krise an. Auf dem letzten Euro-Gipfel haben sie große Entschlossenheit gezeigt, das war sehr positiv. Ich denke, jeder in Europa hat verstanden, dass es zur Rettung des Euros keine Alternative gibt.

Es werden durchaus andere Modelle diskutiert, eine Teilung der Euro-Zone zum Beispiel.

Wir haben mal durchgerechnet, was passieren würde, wenn sich die Euro-Zone in einen „Kern-Euro“ und einen „Peripherie-Euro“ aufspalten würde. Der Kern-Euro läge wahrscheinlich bei 1,80 bis 1,90 Dollar, der Peripherie-Euro im Bereich der Parität. Was aber würden Staaten wie Deutschland machen, wenn ihre Währung massiv aufwertet und die Industrie unter Druck kommt? Sie würden Peripherie-Bonds kaufen. Unter dem Strich wäre das Ergebnis das Gleiche, es wäre überhaupt nichts gewonnen.

Und was ist, wenn einzelne Staaten die Euro-Zone verlassen würden?

Das wäre das Worst-Case-Szenario. Wenn ein Staat entscheiden würde, die Euro-Zone zu verlassen, müsste er Kapitalverkehrskontrollen einführen, den Wechselkurs festsetzen und die Banken verstaatlichen. Es würde ohne Zweifel einen Run auf die Banken geben, das komplette System würde kollabieren. Das wäre nicht nur eine Katastrophe für Europa, keine Ecke dieser Erde würde unberührt bleiben. Wir würden eine globale Rezession bekommen, wenn nicht die zweite große Depression. Ich glaube nicht, dass irgendwer in Europa so blöd ist, dass er das erlauben würde.

Die Märkte scheinen da nicht so überzeugt …

Jeder weiß, dass es für die massiven Staatsschulden keine schnelle Lösung gibt. Das müssen wir akzeptieren. Die Märkte jedoch haben die Geduld verloren. Am Devisenmarkt waren die meisten Experten zuletzt sehr pessimistisch, die Short-Positionen sind hochgeschossen. Aber man darf eins nicht übersehen: Der Euro handelt mit 1,35 Dollar, sein fairer Wert liegt bei 1,25 Dollar. Warum ist das so, wenn sich jeder über den Euro sorgt?

Verraten Sie es uns!

Weil es etwas auf der anderen Seite gibt, das sich Dollar nennt. Es gibt die Befürchtung, dass der Euro scheitern könnte. Aber wenn das nicht passiert, könnte jetzt der Augenblick sein, an dem Europa Disziplin lernt. In einem positiven Szenario wird Europa seine Probleme in fünf oder zehn Jahren lösen, die USA dagegen werden immer noch Geld drucken. Zur Erinnerung: Die USA haben 15 Billionen Dollar Schulden.

Nur, dass das im Moment am Markt niemanden wirklich interessiert.

Der Markt rotiert seit Monaten von einem Risiko zum anderen. Die Ironie ist, dass die Märkte jetzt Italien attackieren, obwohl die Schuldenquote seit fünf Jahren stabil ist und Berlusconi eine der stabilsten Regierungen seit dem zweiten Weltkrieg geformt hatte. In den USA hat sich nichts verbessert, es hat sich weiter verschlechtert.

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Warum der Dollar nicht nachgibt

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Welche Rolle China spielt

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  • Dieses Interview ist genauso als ob man den Bock zum Gärtner befragt. Der Euro ist tot und wird nur durch lebensverlängernde, den kaptalmarkt überfordernde Massnahmen am Leben erhalten. Einstein's Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Selbe zu tun und auf ein anderes Ergebnis zu hoffen. Die Krise kam durch Überschuldung. Nun versucht man mit dem was die Krise verursacht, die Krise zu beheben. Wie dumm kann man denn sein? Es sei denn .... man will den Euro und den Dollar implodieren lassen und mit ihnen Deutschland entmachten .... DDRv2.de

  • Sehr richtig.
    Doch die Interessenträger sitzen eben woanders, die erpressen die Nettozahler und bringen nur Varianten wie das Grünbuch des Barroso, die allesamt in weniger Wettbewerbsfähigkeit in der globalen Welt münden.

    Vor Jahren propagierte Barroso und Konsorten, Europa sei 2011 der wettbewerbsfähigste Kontinent weltweit und wo stehen wir heute mit der von Barroso (zumindest in Portugal ist er für die Misere mitverantwortlich) mitverursachten Schuldenpolitik.

  • Mit Verlaub, anonyme Schreiberlinge nehme ich nicht für voll. Die sind ja sogar zu feige, sich anzumelden.
    Bye-bye !

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