Hunde jagen Schmuggler
Geld stinkt doch

Sie erwischen täglich sieben Schwarzgeld-Schmuggler am Frankfurter Flughafen. Die Spürhunde des Zolls. Sie sind abgerichtet auf Dollar- und Euro-Scheine. Künftig könnten die Schnüffler noch mehr zu tun bekommen.
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Frankfurt„Geld stinkt nicht”? Die Hunde des Zolls am Frankfurter Flughafen dürften da anderer Meinung sein. Am Flughafen werden drei Deutsche Schäferhunde als Geldschnüffler eingesetzt, um geschmuggeltes Bargeld aufzuspüren. Im Jahr 2012 flogen täglich durchschnittlich sieben Missetäter auf, insgesamt wurden 28 Verhaftungen aufgrund der Arbeit der Zoll-Hunde getätigt. Bis Juni dieses Jahres haben die vierbeinigen Schnüffler 20 Schmuggler erwischt, wie der Zoll berichtet.

Bei einem Grenzübertritt innerhalb der Europäischen Union müssen Reisende mitgeführtes Bargeld ab einer Summe von 10.000 Euro angeben. Nachdem Länder wie die Schweiz und Luxemburg verstärkt unter Druck stehen, ihr Bankgeheimnis zu lockern, und staatliche Stellen in Deutschland Listen von Steuersündern aufkaufen, fließt mehr im Ausland angelegtes Geld zurück.

Die Einlagen von Privatkunden in Deutschland sind in 22 der vergangenen 24 Monate gestiegen, wie aus Daten der Europäischen Zentralbank hervorgeht. Im Mai war das Einlagevolumen mit 1,8 Billionen Euro drei Prozent höher als im vergangenen Jahr, gegenüber dem vergangenen Jahrzehnt lag das Plus bei 40 Prozent. Die Rendite dreimonatiger deutscher Schatzwechsel beträgt aktuell minus 0,02 Prozent, verglichen mit einem Hoch für dieses Jahr von 0,05 Prozent Ende Januar.

Die Zahl der Bußgeldbescheide wegen zu hoher Bargeldsummen hat sich seit 2000 verelffacht auf 2489 im vergangenen Jahr, wie aus Daten der Zollbehörde hervorgeht. Die Zoll-Hunde sind darauf spezialisiert, Euro- und Dollar-Scheine aufzuspüren. Meist erwirbt der Zoll die Tiere im Alter von einem Jahr, unterzieht sie einer Gesundheitsprüfung und lässt sie dann über 18 Monate ausbilden.

Kommentare zu " Hunde jagen Schmuggler: Geld stinkt doch"

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  • die Politiker raeumen sich immer mehr Rechte ein, ungebremst, unkontrolliert und ungestraft die Gelder des Buergers zu veruntreuen.
    Sollte es auch nur einer wagen, sich der politischen Steuersklaverei auch nur teilweise zu entziehen, werden die schwersten Geschuetze des Systems aufgefahren.
    Erst Ende 2012 durften sich die EU Beamte eine Gehaltserhoehung von 8,8 % goennen. Ist doch klar, dass auch der letzte Pfenning aus dem Buerger gepluendert werden muss. Und DAS ist alles LEGAL?

  • @eksom: (...)Ja Sager und Abnicker, wie Sie es einer sind, waren Ursache von kranken Systemen, wie dem 3. Reich in Deutschland. Bewusst oder unbewusst (...)hauen Sie Ihre Mitmenschen in die Pfanne.

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Nicht jeder, der Bargeld bei sich hat, ist ein Steuerhinterzieher. Manche haben auch nur ein paar Jahre im Ausland gearbeitet und dort ihre Steuern bezahlt.

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