Hurrikan wirft Schatten voraus
„Rita“ lässt Benzinpreise steigen

Noch bevor Hurrikan „Rita“auf das amerikanische Festland trifft, wirft er schon seine Schatten auf den Benzinmarkt. Die deutschen Mineralölgesellschaften haben ihre Preise für Benzin und Diesel am heutigen Donnerstag deutlich erhöht. Im großen Stil wurde bereits Personal von den Ölplattformen im Golf von Mexiko evakuiert.

HB HAMBURG. Damit kostet Superbenzin im bundesweiten Durchschnitt an Markentankstellen rund 1,37 Euro, für Diesel muss der Autofahrer ungefähr 1,16 Euro je Liter bezahlen. Damit ist der Preis für Benzin noch ungefähr neun Cent von seinem Höchststand Anfang September entfernt, der Dieselpreis zwei Cent.

Ein Total-Sprecher begründete in Berlin die Erhöhung mit steigenden Preisen am europäischen Ölmarkt in Rotterdam. Der Preis für eine Tonne Benzin stieg dort bis zum Mittag um mehr als 35 Dollar.

Schon nach dem Hurrikan „Katrina“ hatten zusätzliche Käufe aus den USA die Preise für Benzin und Diesel in Europa in die Höhe getrieben. „Rita“ hat ebenso wie „Katrina“ Ölförderanlagen, Raffinerien und Transportsysteme am Golf von Mexiko lahm gelegt, der wichtigsten US-amerikanischen Ölregion. Die Ölfirmen haben schon im großen Stil Personal von den Förderplattformen im Golf von Mexiko evakuiert. 73 Prozent der Förderung in der Region liegen daher schon still. 18 der 26 Raffinerien in Texas liegen in der Nähe der Küste. Neun sind schon geschlossen.

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„Rita“ hat mit Stärke fünf die höchste Hurrikanstärke erreicht. Am Donnerstag kletterte der US- Ölpreis am frühen Nachmittag wieder über 68 Dollar je Barrel (159 Liter). Der Rekordstand vom 30. August mit 70,85 Dollar rückt damit in greifbare Nähe.

Die Internationale Energieagentur (IEA) ist bereit und in der Lage, weitere Ölreserven auf den Markt zu werfen, wenn es wegen des Hurrikans „Rita“ zu Versorgungsengpässen kommen sollte. „Bei einer Unterbrechung der Lieferungen könnten wir sehr schnell eine Entscheidung treffen“, sagte IEA-Generaldirektor Claude Mandil am Donnerstag in Paris.

Schon gegenwärtig geben die IEA-Mitgliedstaaten zwei Millionen Barrel Öl und Ölprodukte täglich zusätzlich in den Markt. Diese Maßnahme hatte nach dem steilen Preisanstieg zum Monatsbeginn zur Entspannung der Märkte beigetragen. Dagegen hatte eine angekündigte Produktionserweiterung des Ölförderkartells OPEC (Organisation Erdöl exportierender Länder) um zwei Millionen Barrel täglich nur einen Tag lang sinkende Preise gebracht.

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