IEA prophezeit Preisspanne von 25 bis 35 Dollar
Die Abhängigkeit vom Öl nimmt nicht ab

Totgesagte leben länger. Auf das Ölzeitalter wurden schon viele Grabgesänge angestimmt. Der US-Geophysiker M. King Hubbert prognostizierte bereits in den späten 50er-Jahren dessen Ende. Im Jahr 2000, so nahm er an, werde der Höhepunkt der Ölförderung erreicht sein. Seine Theorie hat bis heute Anhänger. Doch die Trends deuten in eine andere Richtung.

HB PARIS. Sicher ist: Die Welt wird das Öl immer dringender brauchen – und dazu Kohle und Gas. Experten sind sich einig: An Rohstoffen wird es uns in Zukunft nicht mangeln, die Energiegewinnung wird aber einiges kosten.

Die Internationale Energieagentur (IEA), die geschaffen wurde, um nach der Ölkrise von 1973 die strategischen Reserven der Industrieländer zu verwalten, unterstreicht in ihrem gestern veröffentlichten Ausblick auf den Weltenergiebedarf bis 2030, dass die Menschheit nicht so schnell von den fossilen Brennstoffen loskommen wird. Im Gegenteil: Der Energiebedarf wird innerhalb dieser Zeit um rund 60 Prozent zunehmen. Öl, Kohle und Gas werden einen Großteil des zusätzlichen Verbrauchs decken.

Das Problem: Die Erde hat zwar noch genügend fossile Reichtümer, die Kosten, sie zu heben und in Energie umzuwandeln, steigen aber in enorme Höhen. Nach Berechnungen der IEA müssen bis 2030 rund 16 Billionen Dollar in die globale Energieinfrastruktur und vor allem in die Stromerzeugung fließen, damit die steigende Nachfrage gestillt werden kann. Weil hauptsächlich der Energiehunger der Entwicklungsländer zunimmt, fällt auch die Hälfte des Investitionsbedarfs auf sie.

„Diese Staaten werden auf große Schwierigkeiten stoßen“, sagt Fatih Birol, Chefvolkswirt der IEA. Das internationale Finanzsystem sei zwar in der Lage, die 568 Milliarden Dollar zu stemmen, die auf das Jahr gerechnet in die Energiewirtschaft fließen müssten. „Die Investoren brauchen aber attraktive Konditionen in den Ländern“, sagt Birol. Dazu zählen vor allem Rechtssicherheit und politische Stabilität. Selbst viele Opec-Staaten sind davon aber noch weit entfernt.

Seite 1:

Die Abhängigkeit vom Öl nimmt nicht ab

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%