In Koordination mit den Notenbanken
IWF will über 400 Tonnen Gold verkaufen

Der Internationale Währungsfonds (IWF) will einen großen Teil seiner Goldreserven verkaufen. Mit dem zweistelligen Milliardenbetrag soll die Institution wieder auf ein solides finanzielles Fundament gestellt werden. Allerdings können noch US-Politiker ein Veto einlegen.

HB WASHINGTON. Vorgesehen ist der Verkauf von 403,3 Tonnen Gold über einen Zeitraum von mehreren Jahren, wie der IWF am Montag mitteilte. Die Einnahmen aus dem Goldverkauf schätzt der Fonds auf 11 Mrd. Dollar. Für den Verkauf der Goldbestände ist jedoch noch die Zustimmung des US-Kongresses notwendig.

Der geschäftsführende IWF-Direktor, Dominique Strauss-Kahn, sagte zu dem geplanten Goldverkauf: „Das ist eine Grundsatzentscheidung, die die Institution wieder auf eine solides finanzielles Fundament stellt und die Strukturen und Arbeitsprozesse modernisiert“. Ein weiterer Vorschlag des Exekutivdirektoriums sehe zudem deutliche Kosteneinsparungen über 100 Mill. Dollar in den kommenden drei Jahren vor.

„Die Goldverkäufe werden transparent durchgeführt und mit Schutzvorkehrungen, um Störungen an den Finanzmärkten zu verhindern“, hieß es in einer Erklärung des IWF. Daher soll der Goldverkauf in Koordination mit den Notenbanken vorgenommen werden. Von den Einnahmen über etwa 11 Mrd. Dollar sollen 4,4 Mrd. Dollar genutzt werden, um die sich abzeichnende Finanzierungslücke des IWF zu schließen. Die übrigen 6,6 Mrd. Dollar würden investiert.

Der Verkauf der Goldreserven bedarf jedoch der Zustimmung des US-Kongresses. Dieser hatte im Jahr 1999 einen ähnlichen Plan zurückgewiesen. Zuletzt hatte ein hoher Regierungsbeamter des Finanzministeriums (Treasury) allerdings mitgeteilt, dass die US-Regierung nun offenbar doch eine Veräußerung der Goldbestände unterstützt. Dies sei ein „vermutlich brauchbarer Weg“, um die zukünftige Finanzierung des IWF zu sichern, hatte er erklärt.

Die USA verfügen über die Veto-Macht im IWF und hatten als Hauptfinanzierer des Fonds den Großteil der IWF-Goldbestände selbst einbezahlt. Insgesamt belaufen sich die Goldbestände des IWF auf gut 3 200 Tonnen, die ungefähr 63 Mrd. Dollar wert sind. Damit ist die Institution die drittgrößte Eigentümerin von Gold.

Experten erwarten nicht, dass der Goldpreis durch den geplanten Verkauf deutlich fallen wird. "Ich glaube nicht, dass dies großen Einfluss haben wird", sagte beispielsweise Ronald Leung, Director of Lee Cheong Gold Dealers in Hongkong gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. "Falls sich der Preis bei rund 950 Dollar stabilisiert, werden wir später einen Anstieg auf 1 000 Dollar sehen", prognostiziert Leung.

Aktuell notiert Gold knapp unter 925 Dollar. Noch am 17. März wurde das Edelmetall zum Preis von 1,030.80 Dollar gehandelt.

Weitere Informationen: » http://www.imf.org

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