Indikatoren
Der Euro steht technisch am Scheideweg

Nachdem der Euro Ende Februar wieder seinen Jahresstartpunkt erreichte hatte, beschrieb er kurz darauf einen sehr steilen Anstieg, und leitete so die Konsolidierungsphase ein. Nun zeigen die Technischen Indikatoren nach dieser Entwicklung ein gemischtes Bild.

WIESBADEN. Zu Beginn des Jahres 2006 sprang der Euro in einem Kraftakt nach oben und verteuerte sich von einem Niveau bei etwa 1,18 US-Dollar für einen Euro kurzfristig bis auf 1,2323 Dollar. Allerdings hielt diese Stärke nicht lange an, denn Ende Februar erreichte die Gemeinschaftswährung schließlich wieder den Jahresstartpunkt.

Doch danach markierte der Euro einen neuen, sehr steilen Aufwärtstrend, der in ein Doppeltop überging, also eine obere Umkehrformation. Typisch für den Kursverlauf eines Doppeltops ist, dass das zweite Hoch das erste zwar erreicht, aber nicht übertrifft. Nach dem steilen Anstieg seit Ende Februar 2006 stellt diese Formation die erste nennenswerte Konsolidierungsphase dar und ist auch als Seitwärtskanal zu interpretieren. Die obere Umkehr – und damit die Trendwende – war aber in dem Moment abgeschlossen, als der Euro zum Dollar die Unterstützung bei 1,274 nach unten durchbrach. Der folgende Abwärtsimpuls fand dann im Bereich um 1,23 Dollar einen vorläufigen Boden.

Die Technischen Indikatoren zeigen nun ein gemischtes Bild. Die Trendfolge-Indikatoren (etwa der MACD oder der AROON) beschreiben in ihren 21-Tage-Einstellungen noch den Abwärtstrend. Verschiedene Oszillatoren gaben durch den steilen Kursanstieg zum Ende der vergangenen Woche am vergangenen Freitag ein Long-Einstiegssignal.

Aus charttechnischer Sicht klar zu definieren sind die nächsten Unterstützungen und Widerstände. Die Widerstandslinien verlaufen dabei im Bereich um 1,274 Dollar und schließlich im Bereich zwischen den beiden Tops bei 1,293 und 1,297 Dollar. Nach unten findet der Euro Halt bei 1,265 Dollar, dann 1,250 und schließlich im Bereich um 1,23 Dollar.

Das Überspringen der Marke von 1,28 Dollar am gestrigen Tage, ist als starker Hinweis auf einen Trend- beziehungsweise Impulswechsel zu deuten. Entscheidend wird nun aber sein, ob der Euro dieses Niveau in den kommenden Tagen verteidigen kann.

Gregor Bauer arbeitet als selbstständiger Portfolio Manager und ist Vorstandsvorsitzender des Berufsverbands der Technischen Analysten Deutschlands.

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