Industriemetall
China-Daten lassen Kupferpreis steigen

Gute Konjunkturdaten aus China treiben den Kupferpreis nach oben. Die Unsicherheit über den weiteren Kurs der US-Geldpolitik hat dem Goldpreis ebenso nach oben geholfen. Anleger setzen weiter auf das Edelmetall.
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FrankfurtUnerwartet gute Konjunkturdaten aus China haben den Kupferpreis am Donnerstag nach oben getrieben. Das Industriemetall verteuerte sich in der Spitze um 1,5 Prozent auf 7350 Dollar je Tonne. Die Geschäfte der chinesischen Industrie laufen derzeit so gut wie seit vier Monaten nicht mehr. Der vorläufige Einkaufsmanagerindex der Großbank HSBC kletterte auf 50,1 Punkte von 47,7 Punkten im Juli. "Die Daten haben auf jeden Fall überrascht und sind gute Nachrichten für den Rohstoffmarkt", sagte Natalie Rampono, Analystin bei der ANZ in Melbourne. China gilt als der weltgrößte Kupferverbraucher.

Gebremst werden dürfte der Anstieg des Kupferpreises allerdings durch die Unsicherheit über den weiteren Kurs der US-Geldpolitik. Die Notenbank Fed kann sich weiter nicht zu einem klaren Signal durchringen, ob sie die Geldschwemme bald eindämmt. Aus dem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll der Zinssitzung von Ende Juli geht kein Zeitplan für den Einstieg in den Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes hervor.

Die Unsicherheit der Investoren über weitere Konjunkturhilfen der US-Notenbank hat am Donnerstag dem Goldpreis etwas nach oben geholfen. Das am Vorabend veröffentlichte Sitzungsprotokoll der Fed hatte keine neuen Hinweise darauf gebracht, wann mit einer Drosselung der Geldflut zu rechnen ist. Einige Anleger setzten deshalb auf das als sicherer Hafen geltende Edelmetall. Die Feinunze wurde zu 1373 Dollar gehandelt nach 1365 Dollar im späten Vortagesgeschäft. Zu Jahresbeginn war Gold noch rund 300 Dollar teurer, die Hoffnung auf eine globale Konjunkturerholung hat den Preis in den vergangenen Monaten belastet.

Nach wie vor wichtiger Impulsgeber für den Markt ist die Nachfrage der Schmuckhändler aus Indien, und die ist in den vergangenen Wochen eingebrochen. Eine neue, offenbar sehr kompliziert formulierte Regelung der Notenbank, wonach Importeure mindestens 20 Prozent ihres eingekauften Goldes auch wieder exportieren müssen, hat dazu geführt, dass seit Mitte Juli kaum noch Gold in das asiatische Schwellenland verkauft wurde. Der Ein- und Verkauf des Edelmetalls wird in Indien hauptsächlich über Banken abgewickelt, und diese stellten das Geschäft wegen der verwirrenden neuen Regeln nahezu ein. In der Konsequenz haben die Schmuckhändler im Juli rund 70 Prozent weniger Goldschmuck exportiert. Der indische Schmuckverband setzt jetzt auf eine Änderung der Vorgaben und hofft darauf, dass das Geschäft ab der nächsten Woche wieder in Schwung kommt.

Von den Schwierigkeiten am Goldmarkt profitierte unterdessen der Handel mit Silberschmuck. Hier explodierten die indischen Exporte im Juli um 184 Prozent. Seitdem die neuen Regeln am Goldmarkt gelten, ist der Silberpreis um fast 20 Prozent nach oben geschnellt. Die Regierung in Neu Delhi und die Notenbank versuchen gemeinsam, das ausufernde Leistungsbilanzdefizit in den Griff zu bekommen. Dazu sollen Importe eingeschränkt und Exporte gefördert werden. Der Verkauf von Schmuck und Edelsteinen hat im vergangenen Jahr 17 Prozent der indischen Exporte ausgemacht.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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