Inflation treibt Nachfrage
Goldpreis steigt auf Rekordhoch

dpa-afx FRANKFURT. Der Goldpreis ist am Dienstag wegen zunehmender Inflationssorgen zum ersten Mal seit fast 23 Jahren über die Marke von 500 Dollar je Unze gestiegen. In London verteuerte sich das Edelmetall zeitweise um rund vier Dollar auf 502,80 Dollar. Das war der höchste Stand seit Februar 1983. Seit Jahresbeginn hat sich Gold damit um rund 14 Prozent verteuert.

Lange Zeit habe Gold als alternative Geldanlage nur eine Nebenrolle gespielt, sagte Sunil Kashyap von Scottia Mocatta. "In den vergangenen Monaten hat sich das Interesse spürbar erhöht", so der Experte. Als Grund dafür gelten die weltweit gestiegenen Inflationssorgen. Anleger würden deshalb zunehmend auch Gold in ihre Portfolios aufnehmen, sagte Analyst John Meyer von Numis Corp.

Die Inflation lässt den realen Wert festverzinslicher Anlagen wie Staatsanleihen sinken. Mit Goldkäufen erweitern Investoren ihr Anlagespektrum und sichern es so gegen mögliche Verluste aus einer Geldentwertung ab. Die hohen Ölpreise haben den Preisauftrieb etwa in der Eurozone angefacht und die Inflationsrate im September mit 2,6 Prozent auf den höchsten Stand seit mehr als vier Jahren getrieben.

Geringere Produktion

Besonders Anleger aus den ölproduzierenden Ländern würden ihre Gewinne zunehmend in Gold stecken, sagte Händler William Chan von der Delta Asia Financial Group. Auch andere Edelmetalle seien gefragt. So stieg der Preis für Platin erstmals seit einem Vierteljahrhundert über die Marke von 1 000 Dollar. Für Kupfer wurden ebenfalls Rekordpreise verlangt.

Ein weiterer Grund für die Hausse am Goldmarkt gilt die sinkende Produktion. In Südafrika, dem Land mit der weltweit größten Goldindustrie, schrumpfte die Produktion in diesem Jahr zweistellig. Im Sommer hatte der größte Streik seit 18 Jahren die Goldproduktion weitgehend lahm gelegt.

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