Informelle Einigung
Opec erhöht Fördermenge in zwei Schritten

Die Staaten der Opec haben dem Vernehmen nach eine informelle Einigung über die Erhöhung der Fördermengen erzielt. Danach soll die Fördermenge in zwei Schritten erhöht werden, allerdings zunächst nicht so stark wie vom weltgrößten Öl-Exporteur Saudi-Arabien gefordert.

HB BEIRUT. Wie am Donnerstag zur Mittagspause des Opec-Treffens aus Kreisen der Delegation in Beirut verlautete, soll die Förderquote ab sofort um 2,0 Mill. Barrel pro Tag und ab August noch einmal um 0,5 Mill. Barrel pro Tag erhöht werden. „Dazu wird es wahrscheinlich kommen, aber eine abschließende Vereinbarung gibt es noch nicht“, hieß es. Der Ölpreis stieg nach dem Bekanntwerden der informellen Einigung zunächst wieder. Der Preis für ein Barrel der marktführenden Nordsee-Sorte Brent legte am frühen Nachmittag um 44 Cent auf 37,30 Dollar zu. Nach Anschlägen in Saudi-Arabien waren die Ölpreise zu Wochenbeginn aus Sorge vor Lieferunterbrechungen auf ein Rekordniveau geklettert.

Vor dem Treffen hatte Saudi-Arabien eine sofortige Erhöhung der Opec-Förderquote um 2,5 Mill. Barrel pro Tag von derzeit 23,5 Mill. Barrel täglich gefordert. Nur wenige Stunden vor der Sitzung hat der Iran dagegen nach Angaben aus Delegationskreisen eine geringere Erhöhung verlangt und dies mit der Gefahr eines zu starken Absinkens des Preises begründet. Aus den Delegationskreisen verlautete zur Mittagspause, auch Venezuela und Nigeria hätten sich für eine geringere Anhebung ausgesprochen. Die Opec hatte zuletzt wiederholt ihren begrenzten Einfluss auf den Ölmarkt betont und den jüngsten Ölpreis-Höhenflug vor allem auf unbegründete Anschlagsängste zurückgeführt.

Auswirkungen auf die tatsächlich Fördermenge dürfte eine Anhebung der Quoten kaum haben, da die Produktion des Kartells bereits jetzt deutlich über der aktuellen Obergrenze liegt. Die elf Mitgliedstaaten der Opec kontrollieren gut die Hälfte des weltweiten Rohölhandels.

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