Inital Coin Offering
US-Börsenaufsicht stoppt virtuellen Börsengang

Die US-Finanzaufsicht SEC greift erstmals in der neuen Welt der Kryptowährungen durch. Das Vorgehen des US-Unternehmens PlexCorps sei betrügerisch. Man habe das Vermögen eingefroren, erklären die Aufseher.
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New YorkEs war nur eine Frage der Zeit: Zahlreiche Aufsichtsbehörden weltweit hatten bereits vor virtuellen Börsengänge gewarnt, jetzt hat die US-Börsenaufsicht als erste gehandelt. Wie die Behörde nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg am Montag mitteilte, habe man das Vermögen des Unternehmens PlexCorps und seines Gründers Dominic Lacroix eingefroren.

Lacroix hatte Anlegern mit einem ambitionierten Gewinnversprechen zur Teilnahme an einem sogenannten Initial Coin Offering (ICO) gelockt. Ein Gericht in Brooklyn hatte den Aufsehern die Erlaubnis dazu erteilt.

Nach Auffassung der Behörden habe Lacroix den Börsengang nicht ordnungsgemäß registriert und Anleger über bisherige Verfahren gegen den Gründer im Dunkeln gelassen. Lacroix ist nach Angaben der Behörde bereits mehrfach durch Betrügereien aufgefallen.

PlexCorps hatte seit August rund 15 Millionen Dollar mit dem Verkauf eines Produkts mit dem Namen PlexCoin eingesammelt. In weniger als einem Monat, so versprachen es Lacroix und seine Lebensgefährtin, deren Vermögen ebenfalls eingefroren wurde, werde man die Gewinne des Unternehmens um das 13-fache in die Höhe treiben.

Der Fall ist der erste Erfolg einer im September gegründeten Abteilung innerhalb der US-Finanzaufsicht, die sich um Cyberkriminalität kümmern soll. „Dieser erste Fall hat alle Eigenschaften eines Betrugs erfüllt“, erklärte Abteilungsleiter Robert Cohen. Genau gegen solche Handlungen werde man auch in Zukunft vorgehen.

Im Juli hatte die SEC Investoren darauf hingewiesen, dass Token, die bei einem ICO ausgegeben werden, wie Aktien oder Anleihen behandelt und deshalb bei der SEC registriert werden müssen. Im August erfolgte die Warnung vor möglichen Betrügern bei virtuellen Börsengängen.

Auch die europäische Finanzaufsicht ESMA und die deutsche Bafin haben kürzlich vor den Risiken bei ICOs hingewiesen. „Die ESMA hat eine rapide Zunahme von ICOs weltweit und in Europa beobachtet und befürchtet, dass Anleger möglicherweise nicht wissen, welche hohen Risiken mit einem ICO-Investment verbunden sind“, so die Behörde.

Julian Trauthig
Julian Trauthig
Handelsblatt / Deskchef Finanzen
Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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