Inside: Anglo American
Entfernte Wurzeln

Ernest (Ernst) Oppenheimer hätte die Ironie gefallen. 90 Jahre, nachdem der Einwanderer aus Hessen auf Südafrikas Goldfeldern das Unternehmen Anglo American gründete, strafft der zum internationalen Minengiganten herangewachsene Konzern seine Palette – und zieht sich zuerst just aus der Goldförderung zurück.

KAPSTADT. Zunächst wird der weltweit zweitgrößte Bergbaukonzern den Anteil an der Goldtochter Anglogold Ashanti von 51 Prozent auf gut 40 Prozent verringern – zu einer Zeit, in der das gelbe Metall den höchsten Preis seit 25 Jahren erzielt. Zwar will die Mutter vorerst noch einen größeren Anteil an Anglogold halten. Doch es besteht kein Zweifel, dass sie den Goldsektor über kurz oder lang verlassen wird.

Die Gründe hat Konzernchef Tony Trahar bereits vor einiger Zeit umrissen: Investoren im Goldsektor hätten andere Erwartungen als Anleger im Grundmetall- oder Kohlebereich. Viele würden sich engagieren, weil sie mit steigenden Goldpreise aus Sorge vor Inflation oder politischen Risiken rechneten. Der Kupfer- oder Zinkpreis hingegen hänge weit stärker vom Verlauf der Weltwirtschaft ab.

Auch die hundertprozentige Papiertochter Mondi mit ihrem ebenfalls zyklischen Geschäft soll umgebaut werden. Sie soll an die an die Börse gebracht werden. Allerdings könnten diese Pläne mit einer Übernahme Mondis durch den finnischen Papierriesen Stora Enso obsolet werden. Auch die Baustoffproduktion und der Stahlkonzern Highveld Steel stehen zur Disposition.

Künftig will der Konzern seinen Fokus noch stärker auf klassische Bergbausparten wie die Basismetalle (Kupfer, Zink, Nickel), Eisenmetalle (Eisenerz, Vanadium) und die Kohle richten, die 2005 Rekordgewinne abwarfen. Im ebenfalls boomenden Platingeschäft wuchs der operative Gewinn um 60 Prozent. Hier hält der Konzern fast 75 Prozent am weltgrößten Platinförderer Anglo Platinum. Daneben gehören ihm 45 Prozent am weltgrößten Diamantenförderer De Beers.

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