Internationale Energieagentur USA werden spätestens 2019 weltweit größter Ölproduzent

Die Macht am Ölmarkt verschiebt sich. Während Russland seine Förderung kürzt, greifen die USA nach der Ölkrone.
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Öl: USA spätestens 2019 weltweit größter Ölproduzent Quelle: dpa
Ölriese USA

Ende des vergangenen Jahres stieg die Ölförderung in den USA auf über zehn Millionen Barrel am Tag.

(Foto: dpa)

Frankfurt
Am Ölmarkt bahnt sich eine Wachablösung an. Jahrzehntelang machten Russland und Saudi-Arabien den Kampf um die Spitze unter sich aus. Bereits in diesem Jahr könnten die USA aber Russland vom Thron stoßen.

Spätestens im nächsten Jahr werden die Vereinigten Staaten von Amerika wegen des anhaltenden Schieferöl-Booms an die Spitze klettern, schätzt die Internationale Energieagentur laut einem Reuters Bericht. „Das Wachstum beim US-Schieferöl ist stark und das Tempo ist sehr hoch - die USA werden sehr bald zum weltweit größten Ölproduzenten.“

Damit spricht die Agentur aus, was sich ohnehin die meisten Ölexperten längst denken. Bereits im November vergangenen Jahres haben die USA das erste Mal seit den 1970er Jahren die Produktionsmarke von zehn Millionen Barrel pro Tag durchbrochen. Damit haben die Amerikaner bereits Saudi-Arabien hinter sich gelassen, die etwas weniger als zehn Millionen Barrel pro Tag fördern.

Die Top-Aktien des Norwegischen Staatsfonds

HSBC HOLDINGS PLC REGISTERED SHARES DL -,50

WKN
ISIN
GB0005405286
Börse
L&S

-0,05 -0,59%
+8,40€
Chart von HSBC HOLDINGS PLC REGISTERED SHARES DL -,50
Platz 10: HSBC Holdings PLC
1 von 10

Das Wachstum des Fonds-Marktwerts ist atemberaubend. Im Mai 1996 wurden die ersten Öleinnahmen übertragen. Damals konnte sich niemand eine derartige Steigerung des Volumens vorstellen. Der Zuwachs hängt natürlich mit dem Höhenflug der weltweiten Aktienbörsen zusammen. Die neuntgrößte Investition bilden die Aktien der HSBC-Bank. Der Fonds hat in das britische, international agierende Kreditinstitut 3,06 Millionen Euro investiert. Der weltweit größte Banken- und Finanzdienstleister ist in rund 80 Ländern aktiv. Stand:31.12.2017

TENCENT HOLDINGS LTD. REG. SHARES HD -,00002

WKN
ISIN
KYG875721634
Börse
L&S

-0,03 -0,06%
+44,46€
Chart von TENCENT HOLDINGS LTD. REG. SHARES HD -,00002
Platz 9: Tencent Holdings Ltd.
2 von 10

Wie breit sich die Norweger aufgestellt haben, zeigt ihre Beteiligung an Borussia Dortmund. An dem Fußballklub halten sie 0,7 Prozent. Und auch im fernen Osten ist der Staatsfonds dick im Geschäft: In das chinesische Internetunternehmen Tencent flossen Investitionen in Höhe von 3,37 Millionen Euro.

ROCHE HOLDING AG INHABER-GENUSSSCHEINE O.N.

WKN
ISIN
CH0012032048
Börse
L&S

+0,15 +0,08%
+187,48€
Chart von ROCHE HOLDING AG INHABER-GENUSSSCHEINE O.N.
Platz 8: Roche Holding AG
3 von 10

Der Staatsfonds hat verschiedene Anlageklassen definiert und einen sehr langen Anlagehorizont. Oder wie es Fondschef Yngve Slyngstad formuliert: „Unser Ziel ist es, die bestmögliche Rendite bei einem akzeptablen Risiko zu erzielen.“ Solch ein Risiko-Rendite-Profil bietet offenbar die Roche-Aktien, mit einem Investitionswert von mehr als 3,49 Millionen Euro.

Platz 7: Amazon.com Inc.

WKN
ISIN
Börse

Chart von Platz 7: Amazon.com Inc.
Platz 7: Amazon.com Inc.
4 von 10

Die norwegische Regierung darf jährlich drei Prozent des Fondswertes für den Staatshaushalt verwenden. In den vergangenen Jahren wurden mehr Mittel aus dem Fonds abgezogen, um den gesunkenen Ölpreis kompensieren zu können. Im Jahr 2017 entnahm sie dem Fonds insgesamt 61 Milliarden Kronen. Beim Amazon-Konzern ist der Fonds mit einem Investment in Höhe von 3,63 Millionen Euro nach wie vor stark involviert.

NOVARTIS AG NAMENS-AKTIEN SF 0,50

WKN
ISIN
CH0012005267
Börse
L&S

+0,65 +1,00%
+65,06€
Chart von NOVARTIS AG NAMENS-AKTIEN SF 0,50
Platz 6: Novartis AG
5 von 10

Generell versuchen die Fondsmanager in Oslo den Auswahlindex FTSE Global All Cap nachzubilden, ihn aber gleichzeitig durch gezielte Investments zu schlagen. Nach Analystenmeinung sei das für den Privatanleger natürlich nicht möglich, doch mit mehreren börsengehandelten Indexfonds (ETFs) könne man dem Ziel recht nahe kommen. Wichtig ist: Man muss langfristig denken. Auch die Pharma-Aktie Novartis ist ein langfristiges Investment mit 3,65 Millionen Euro.

MICROSOFT CORP. REGISTERED SHARES DL-,00000625

WKN
ISIN
US5949181045
Börse
L&S

+0,73 +0,88%
+83,92€
Chart von MICROSOFT CORP. REGISTERED SHARES DL-,00000625
Platz 5: Microsoft Corp.
6 von 10

In Deutschland hält der Fonds Anteile an 219 deutschen Unternehmen im Wert von 27 Milliarden Euro und ist mit 4,1 Prozent der größte Investor in Dax-Konzerne. Er darf, so hat das Finanzministerium in Oslo entschieden, seinen Anteil an einem einzigen Unternehmen nie über zehn Prozent steigern. In Microsoft hat er knapp 4,72 Millionen Euro investiert.

ALPHABET INC. REG. SHS CAP.STK CL. C DL-,001

WKN
ISIN
US02079K1079
Börse
L&S

-0,20 -0,02%
+918,31€
Chart von ALPHABET INC. REG. SHS CAP.STK CL. C DL-,001
Platz 4: Alphabet Inc.
7 von 10

Auch Rüstungsunternehmen und Tabakkonzerne sind als Anlageobjekte seit längerem tabu. So stieg der Fonds aus Rüstungsunternehmen aus, verkaufte seine Anteile am kanadischen Grubenkonzern Barrick Gold, weil dieser Umweltschäden bei der Ausbeutung der Bodenschätze in Kauf nehme. Auch Anteile an Boeing und Honeywell wurden abgestoßen, weil die Unternehmen an der Herstellung von Atomwaffen beteiligt sind. Solche Probleme bietet die Aktie von Alphabet, Muttergesellschaft der Internet-Suchmaschine Google, nicht. Deswegen kann der Staatsfonds in den Titel investieren – mit 4,76 Millionen Euro auch nicht wenig.

Analysten wie David Wech von JBC Energy in Wien schätzen, dass die Produktion der USA in diesem Jahr noch bis auf elf Millionen Barrel pro Tag steigen könnte. Damit ließen sie den aktuell größten Ölproduzenten der Welt, Russland, deutlich hinter sich. Die Russen fördern laut dem jüngsten Marktbericht der Organisation erdölexportierender Staaten (Opec) aktuell 10,36 Millionen Barrel pro Tag. Die Amerikaner liegen nur noch wenige zehntausend Barrel dahinter.

Den Aufstieg ermöglicht die Schieferölrevolution in den USA. Bei dem sogenannten „Fracking“ wird ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien in die Erde gepresst, um so Öl (und Gas) aus porösen Gesteinsschichten zu gewinnen. Bei Umweltschützern ist die Methode umstritten, da sie, neben den Eingriffen in die Natur, bei dem Verfahren unter anderem Langfristschäden für Grund- und Trinkwasser fürchten.

In den USA hat die Methode zu einem wahren Schieferölboom geführt. Vor allem im Permian-Becken zwischen Texas und New Mexico offenbart sich das als reiche Quelle: Allein aus dieser Region stammen derzeit fast drei Millionen Barrel pro Tag.

Die in diesem Jahr anstehende Schwemme weckt am Ölmarkt Erinnerungen an das Jahr 2014: Damals hatte die schiere Menge von Schieferöl den Markt derart überversorgt, dass der Ölpreis bis Anfang 2016 von einst 110 auf zeitweise unter 30 Dollar je Barrel (159 Liter) einbrach.

Nachdem das Ölkartell Opec gemeinsam mit zehn Partnern, darunter Russland, ihre Ölproduktion seit Anfang 2017 um 1,8 Millionen Barrel pro Tag einschränkt, konnte das Überangebot abgebaut werden. Der Ölpreis hat sich auf aktuell 67,32 Dollar für ein Fass (159 Liter) der Nordseesorte Brent erholt.

Trotz der großen Menge an neuem Schieferöl rechnet aber kaum ein Experte mit einem ähnlichen Preiseinbruch wie jener, der vor vier Jahren begann. Nicht zuletzt hat die Opec bereits angekündigt, an ihren Förderkürzungen noch bis Ende des Jahres festzuhalten. Auch darüber hinaus stellte der saudischen Ölminister Khalid Al-Falih eine Partnerschaft mit Russland in Aussicht, die über „Jahrzehnte“ und „Generationen“ anhalten werde.

Zuletzt berichtete die Opec immer wieder davon, dass die Kürzungen übererfüllt wurden. Laut Opec Generalsekretär Mohammed Barkindo lag die Umsetzungsquote bei 133 Prozent. Die Quote liegt aber nicht nur wegen der freiwilligen Kürzungen so hoch. Unfreiwillige Produktionsausfälle in Venezuela, dem das Geld für die Förderung fehlt, tragen in erheblichem Maße dazu bei. Derzeit fördert das Land nur noch 1,6 Millionen Barrel Öl pro Tag. Anfang 2016 waren es noch 2,4 Millionen Barrel pro Tag.

Hinzu kommt, dass die Ölnachfrage weiter steigt. Im vergangenen Jahr dürstete die Welt nach 1,6 Millionen Barrel Öl pro Tag mehr als noch ein Jahr zuvor. Auch in diesem Jahr werde die Nachfrage steigen. Das alles in Kombination dürfte den Ölpreis auf der Unterseite stabilisieren.

Die USA dürften dann das Zepter auch so schnell nicht wieder hergeben. Dem Schieferöl wird noch bis Mitte der 2020er Jahre großes Wachstum prophezeit. Erst danach sinken die Zuwachsraten.

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