Internetgeld

Aufseher warnen vor Bitcoins

Das Online-Zahlungsmittel Bitcoin gerät ins Visier der europäischen Finanzaufsicht. Die Aufseher betonen, dass die virtuelle Währung nicht durch Einlagen besichert sei – und damit der Absturz ins Bodenlose drohe.
41 Kommentare
Ein Bitcoin-Logo: Der Preis für das Internetgeld ist enorm gestiegen. Quelle: dpa

Ein Bitcoin-Logo: Der Preis für das Internetgeld ist enorm gestiegen.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Europäische Bankenaufsicht EBA sieht große Gefahren beim Internetgeld. Wenn die Popularität einer virtuellen Währung zurückgehe, zum Beispiel durch eine beliebtere Alternative, könne deren Wert heftig und dauerhaft abstürzen, erklärte die EBA. Für das digitale Geld gebe es keine Einlagensicherung, zudem seien die Coins auf den Computern der Nutzer ebenso Hackerangriffen ausgesetzt wie die Handelsplattformen im Internet selbst, heißt es in einer Mitteilung vom Freitag. Außerdem warnt die EBA vor kriminellem Missbrauch zum Beispiel für Geldwäsche und der grundsätzlichen Möglichkeit einer zukünftigen Besteuerung von Transaktionen.

Die Aufseher warnten Verbraucher, die virtuelle Währung für Zahlungen im Internet nutzen. Der Wert von Bitcoins, dem bekanntesten Internetgeld, ist in diesem Jahr von gut 10 Dollar auf mehr als 1000 Dollar gestiegen. Zuletzt war der Preis deutlich eingebrochen - auf weniger als 800 Dollar, wie aus Daten auf der Internetseite www.bitcoin.de hervorgeht. In den vergangenen zwei Tagen pendelte der Preis zwischen 850 Dollar und 1050 Dollar.

Auch die chinesische Notenbank beobachtet die Bitcoin-Aktivitäten sehr argwöhnisch. Chinas Zentralbank warnt mit strengen Worten vor der Internetwährung Bitcoin und hat den Finanzinstituten des Landes den Handel damit verboten. „Bitcoins sind keine echte Währung, sie entsprechen nicht den Standards anderer Währungen“, erklärte die Bank am Donnerstag in Peking.

Privatleute dürften zwar weiterhin mit dem digitalen Geld handeln - allerdings „auf eigene Gefahr“. China ist weltweit der größte Markt für den Bitcoin-Handel geworden - allein im November wurden 1,8 Millionen Einheiten in der Volksrepublik getauscht. Norwegen will wie andere Staaten auch Kursgewinne mit dem Internetgeld in Zukunft mit einer Steuer belegen.

In Deutschland wurden zwei Personen wegen Betrugsverdacht im Zusammenhang mit Bitcoins verhaftet. Im Auftrag der Staatsanwaltschaft Kempten führe das Bundeskriminalamt (BKA) Ermittlungen gegen drei Beschuldigte wegen des Verdachts des gewerbs- und bandenmäßigen Computerbetruges, heißt es in einer Mitteilung des BKA.

Im Rahmen der Ermittlungen habe das BKA in der Nacht zum dritten Dezember 2013 mit Unterstützung der GSG 9 Büros durchsucht und in Bayern und Niedersachsen zwei Haftbefehle vollstreckt. Die Ermittlungen des BKA hätten den Verdacht bestätigt, dass die mutmaßlichen Täter eine bereits bestehende Schadsoftware modifizierten, diese im Internet verbreiteten und dadurch fremde Computersysteme zu einem Botnetz zusammengeschlossen hatten. Die betroffenen Computer können durch ferngesteuerte Befehle von Cyberkriminellen missbraucht werden.

Die Idee hinter Bitcoin
Seite 123Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Internetgeld - Aufseher warnen vor Bitcoins

41 Kommentare zu "Internetgeld: Aufseher warnen vor Bitcoins"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Finanzaufsicht warnt, tut aber nichts damit die Bezahlung im Internet sicher und ohne Kreditkarte möglich wird.

    Ich kaufe gerne im Internetstore ITunes von Apple. Warum?
    Bei Penny-Markt gibt es Itunes-Karten mit Guthaben von 15€, 25€ und 50€.
    Diese werden beim Kauf freigeschaltet. Im ITunes wird das Guthaben mit meiner E-Mail-Adresse
    (Apple ID) verknüpft und das wars. Durch ein Passwort ist mein Guthaben geschützt.

    Die Banken haben bis heute keinen ähnlich komfortablen, sicheren und auf Guthabenbasis funktionierenden Bezahlsystem in Angebot.
    Ich bezahle nichts im Internet mit einer EC-Karte.

  • BitCoins sind natürlich durch nichts gedeckt, aber der Euro genausowenig, da er ein Schneeballsystem aus Schulden darstellt. Das ist der einzige Vorteil der BitCoins. Hier kann nicht plötzlich mehr gedruckt werden als 27 Millionen. Im Vergleich zum Euro ist der BitCoin also nicht nur schlecht, allerdings wäre eine Währung nach Goldstandard nach wie vor nicht schlecht, aber diese ist nicht in Sicht, da ja überall in den Staaten nur wertlose Schuldscheine schlummern, die ni mehr bedient werden oder glaubt jemand ernsthaft, dass westliche Staaten wie Deutschland oder die USA diesen Schuldenberg je zurückzahlen werden?

  • Welch Irrtum!

    "Unser" Geld ist durch nichts gedeckt.

    Es sei denn, durch Versprechen, Glauben und Vertrauen. Das galt aber auch für Reichsmarrrrk und Ostmark.

  • Nachtrag: Bitcoins sind der Finanzaufsicht und den Staatskraken ausschließlich deshalb ein Dorn im Auge, weil sie ANONYME Transaktionen ermöglichen und damit die Besteuerung und Überwachung der Bürger erschweren.
    Bitcoins sind aber KEIN Echtgeld: sie taugen nicht zum Sparen als Wertaufbewahrungsmittel(wie Gold und Silber), da sie keinen inneren, intrinsischen Wert besitzen.
    Was Spekulationen auf den Wert anbelangt, befinden sich Bitcoins daher in einer Blase.

  • @ baslergeniesser

    "Wer Einkünfte aus den Anlagen aus dem Wirtschaftsgut Währung erzielt, unterliegt dem § 23 des Einkommenssteuergesetz und erzielt hier Einkünfte als sogenanntes Privates Veräußerungsgeschäft. Diese Einkünfte sind innerhalb der jährlich anfallenden Einkommenssteuererklärung anzugeben und als entsprechende Einkünfte in diesem Rahmen steuerpflichtig."

    Ich gönne Ihnen Ihren Spekulationsgewinn bin aber auch gespannt wann in D die Steuerungerechtigkeits- und Neiddebatte BitCoin aufgreift.

    Denn irgendwann wird man begreifen dass Vermögen unter 10.000 der unteren 50.000 mit Gold und Silber anonym vor Zugriff waren. Um Millionen oder gar Milliarden unbemerkt zu transferieren eignen sich Edelmetalle nicht.

    Das virtuelle Geld ist also eher ein Vorteil für die Vermögenden falls es sich über Währung hinaus auch als FIAT-Geld bewährt.

  • @sowat
    Mit Dogmatikern ist eine Diskussion verlorene Zeit, nein Danke!
    Uebrigens gibt es auch bei BILD eine Moeglichkeit des Kommentierens!

  • Ist die Lösung in der Theorie schon komplex und entsprechend unwahrscheinlich ist in der Praxis nichts zu erwarten - nichts anderes als das, was bisher auch immer stattgefunden hat: Ein riesiger Feuerball. Nur sehl viel größer und sehr viel globaler, als alles, was man bisher gesehen hat.

    Man kann nur jedem raten, bereit zu sein und sich wirklich auf das Schlimmste einzustellen. Noch immer ist die große Masse der Menschen überrascht worden - einfach deswegen weil es ein zwingendes Merkmal, eine Bedingung und Voraussetzung ist. Wären sie nicht überrascht, wäre das wiederum ein sofortiger Trigger für den Zusammenbruch...

  • "Aufseher" Uber was wachen diese AUHFSEHER wohl und in welchem Auftrag,..hmmm? Einmal duerfen Sie raten!
    Richtig!

  • "Die Aufseher betonen, dass die virtuelle Währung nicht durch Einlagen besichert sei – und damit der Absturz ins Bodenlose drohe." So etwas kann dem Dollar oder Euro bei dem Druckwahn nicht passieren. Das ist ja der Witz des Jahres.

  • Falschgeld bleibt Falschgeld, ob es nun Euro, Dollar, Yen oder Bitcoin genannt wird. Mit einem Unterschied, dass Euro, Dollar und Yen staatlich verordneter Betrug ist und Bitcoin (noch) geduldeter Betrug!
    Falschgeld ist es immer dann, wenn alleine der Glaube an die Kaufkraft deren Wert bestimmt und da gibt es ABSOLUT keinen Unterschied zwischen dem bisherigen Betrug und den neuen Betrugsversuchen!

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%