Internetgeld
Bitcoins fallen in Norwegen durch

Das virtuelle Geld hat den Härtetest im reichsten Land Skandinaviens nicht bestanden. Verbraucher müssen bald hohe Steuern zahlen, wenn sie mit Bitcoins spekulieren und kurzfristige Gewinne erzielen.
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OsloDie norwegische Regierung stellt dem virtuellen Geld schlechte Noten aus: „Bitcoins fallen nicht unter die gängige Definition von Geld“, erklärte Hans Christian Holte, Generaldirektor für Besteuerung in Norwegen. Seine Behörde hat das Internetgeld unter die Lupe genommen und kommt zum Schluss: Es handelt sich weniger um Geld, sondern mehr um eine Art Investment.

Die Konsequenz: Norwegen wird Bitcoins als Vermögen behandeln, wodurch das virtuelle Geld unter die Kapitalertragssteuer fällt. Verbraucher müssten Gewinne versteuern, können dafür aber auch Verluste absetzen, sagt Holte.

Zuvor hatte Deutschland die virtuelle Währung als „Rechnungseinheit“ eingestuft, auf deren Rücktausch in Euro innerhalb eines Jahres nach der Anschaffung Steuern fällig werden können. Allerdings unterliegen Veräußerungen von Bitcoins nach einem Jahr keiner Abgeltungssteuer. Wer Bitcoins als Zahlungsmittel verwendet, kann keine Umsatzsteuer berechnen, wie aus dem Bundesfinanzministerium zu hören ist.

Mittlerweile können Verbraucher mit Bitcoins alles Mögliche bezahlen - von handgewebten Teppichen bis hin zu Fensterputzern. Studenten der Universität Nikosia in Zypern können sogar ihre Studiengebühren mit der Software bezahlen.

Die Nutzer der digitalen Währung merken, dass eine stärkere Verbreitung von der Politik und Banken abhängt. Denn Bitcoin-Handelsplätze, Zahlungsabwickler und andere Startups brauchen nach eigenen Angaben Banken, um sie mit bestehenden Zahlungssystemen zu verknüpfen und Basisdienste wie Konten anzubieten. Um dies zu erreichen, müssen die jungen Firmen die Bankenaufseher davon überzeugen, dass Bitcoins nicht zur Verschleierung von illegalen Aktivitäten benutzt werden.

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Heftige Kursschwankungen sind die Regel

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  • W T F

  • damit ist mining in den letzten stufen also ein monopol von hochleistungsrechnern || networks ? der wertgehalt dieser währung basiert nicht zuletzt auch auf eine direkte erderwärum durch IR-"Müll" (co2) der prozessoren. daher ist die wertschöpfung ja ohnehin gedeckelt, oder? zumindest, wenn man nicht pro virtueller Bitcoinoberfläche, die selbe fläche reflektierendes material in die umwelt bringt, die die einfallende IR-Strahlung der sonne zum Bitcoin-IR-Müll egalisiert.. ansonsten schönes konzept, die wertschöpfung direkt in Wärmeenergie umzusetzen, müsste man diese noch irgenwie nutzen (abwärme des prozessors in einen termischen wasserkreislauf umsetzen und via dynamo wieder rausziehen.. haha

  • BitCoin ist eine moderne Variante von Regionalwährungen.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Regionalw%C3%A4hrung

    Modern weil nur mit einem Computer und Internetanschluss nutzbar und regional weil es überwiegend dort genutzt wird wo die etablierten Währungen (z.B. Edelmetalle) nicht verfügbar sind und das Vertrauen in die offizielle FIAT-Währung schwindet.

    Der Ursprung des Geldes war Erleichterung des Warentausches durch Standardisierung und Lagerfähigkeit. Edelmetalle wurden weltweit zu Geld weil sie die von den Nutzern geforderten Kriterien erfüllten. BitCoin erfüllt zwar das Kriterium der Standardisierung ist allerdings kein Wertspeicher. Das Kriterium eines Wertspeichers ist die zukünftige gesicherte Nachfrage.

    Silber das zu 70% industriell verbraucht wird und dessen Neugewinnung immer teurer wird erfüllt auch das Kriterium Wertspeicher. Niemand kann so einfach Silber 2 bis Silber 60 "einführen" und damit das Original-Silber ersetzen.

    Kryptowährungen lassen sich dagegen millionenfach einführen. Sobald die großen Player die Unterstützung der Regierungen zugesichert bekommen wird es Amazon- und AppleCoin geben. GoogleCoin natürlich ebenfalls. Und deren Geräte werden die Applikationen zur Bezahlung in ausgewählten Kryptowährungen unterstützen mit denen dann die heutigen Kreditkartenunternehmen und EC-Karten aus dem Markt gedrängt werden.

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