Interview mit Anlageexperten: Nur große Unternehmen sollten Gold fördern

Interview mit Anlageexperten
„Einen Goldstandard wird es im Westen niemals geben"

Nur große Unternehmen sollten Gold fördern

Herr Eberle, sehen Sie eine Alternative zum physischen Gold?

Eberle: Goldminenaktien sind eine attraktive Alternative. Wir nähern uns hier zwar langsam wieder den bisherigen Höchstkursen, die wir im Jahr 2008 gesehen haben. Unseres Erachtens spiegeln die heutigen Bewertungen der Goldminenaktien aber lediglich einen Goldpreis von etwa 1 200 Dollar je Feinunze wider. Viele Minenaktien erzielen hohe Gewinne, die Bilanzen befinden sich in guter Verfassung und der Cash-Flow wächst kräftig. Zudem ist mit einer Aufnahme oder Erhöhung der Dividendenzahlungen zu rechnen. Die aktuelle Dividendenrendite dürfte bei circa einem Prozent liegen. Wir sehen die Möglichkeit für künftige kräftige Steigerungen. Ihre Finanzstärke würde den Goldminenkonzernen schon heute Ausschüttungen von zwei bis drei Prozent erlauben.

Stehen bei Goldminenfirmen Übernahmen an?

Eberle: Ja, die hohen Bargeldbestände sollen angelegt werden und es ist attraktiver, vorhandene Unternehmen mit Goldreserven zu kaufen als neue Projekte in Angriff zu nehmen, um Goldvorkommen zu finden. Vom Schub bei Übernahmen dürften vor allem kleine und mittelgroße Goldminenfirmen profitieren. Hier winken attraktive Übernahmeprämien.

Wie stehen Sie zu Goldminenaktien, Herr Harms?

Harms: Wenn, dann sollten es große Unternehmen sein, die tatsächlich Gold fördern. Von den vielen Mini-Gesellschaften, von denen 80 Prozent vor der ersten Förderung schon pleite sind, sollte man die Finger lassen. Wer den Markt nicht so intensiv kennt, für den bieten sich auch aktiv gemanagte Minen-Fonds an. Eine gute Mischung wäre es, ein Drittel in Zertifikate sowie Exchange Traded Commodities (ETCs) zu investieren, also börsengehandelte Wertpapiere, die ihr Geld in Rohstoffen anlegen. Zwei Drittel sollten in Goldminenaktien mit den entsprechenden Stopps fließen, die zu einem automatischen Verkauf beim Unterschreiten einer Kursmarke führen. Denn eines dürfen Anleger nicht vergessen: Auch mit Minenaktien tragen sie das volle Marktrisiko. Wenn der Aktienmarkt einbricht, weil zum Beispiel in den USA oder Europa über einen Schuldenschnitt diskutiert wird, dann zieht das auch die Minenaktien nach unten.

Also lieber Gold in Reinform, Herr Polleit?

Polleit: Ja, als Substitut zur herrschenden Währung. Es ist auch eine Versicherung, denn die Weltwirtschaft kommt in schwieriges Fahrwasser. Wenn sich das Geldsystem grundlegend verändert, was ich erwarte, ergeben sich neue gesellschaftspolitische und geopolitische Unsicherheiten. Wie immer bei hoher Verschuldung ist die Gefahr natürlich groß, dass die Politik des Gelddruckens als das kleinste Übel angesehen wird. Ich lebe in ständiger Inflationssorge.

Was ist mit Silber?

Polleit: Auch Silber könnte wieder als Geld ins Gespräch kommen. Bis in die 30er-Jahre hatten die Chinesen beispielsweise einen Silberstandard, es wurde mit Silbergeld gezahlt. Wenn sich so ein Gedanke wieder breit macht, würde der Preis sicher steigen.

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