Interview mit Anlageexperten: Viele Perioden mit Währungsanbindung an Gold

Interview mit Anlageexperten
„Einen Goldstandard wird es im Westen niemals geben"

Viele Perioden mit Währungsanbindung an Gold

Und die Notenbanken? Welchen Einfluss üben sie aus, Herr Polleit?

Polleit: Asiatische Zentralbanken bauen ihre Bestände aus. Sie wollen ihre angehäuften Devisenreserven auf eine breitere Grundlage stellen. Denn sie besitzen vor allem Staatsanleihen, die in Dollar, Euro oder Yen ausgestellt sind - ungedeckte Währungen. Das bereitet ihnen zunehmend Kopfschmerzen.

Kann Gold eine Rolle spielen bei den Vorschlägen für eine Lösung der Krise in der Euro-Zone?

Polleit: Es wurde jüngst vorgeschlagen, zwischenstaatliche Kredite mit Gold zu besichern. Man könnte darüber nachdenken. Der Vorschlag würde vermutlich den Anreiz für eine Rückzahlung der Kredite verstärken. Es gibt auch eine Diskussion über die Zukunft der globalen Finanzordnung. Die Währungsfrage ist da ganz zentral. Weltbank-Chef Robert Zoellick brachte vor einem Jahr Gold als Inflations- und Deflationsindikator ins Gespräch. Vielfach wurde das als ein Plädoyer für den Goldstandard interpretiert - und er ist dafür gescholten worden.

Ist das realistisch?

Polleit: In der Geschichte gibt es viele Perioden mit Währungsanbindung an das Gold. Heute ist das aber politisch nicht mehr gewollt, man will Geldmengen, die sich aufgrund von politischen Erwägungen ausweiten lassen. Und das wäre mit einem Goldstandard nicht zu bewerkstelligen.

Was halten Sie vom Goldstandard, Herr Harms?

Harms: Einen Goldstandard wird es in der westlichen Welt niemals geben. Und auch in Asien sind das nur Gedankenspiele. Realistischer ist es da schon, die Währungen an einen Korb von Rohstoffen zu binden.

Was raten Sie Anlegern, die weiter auf Gold setzen?

Harms: Es gibt die sichere Variante, Stopps in gestückelter Form unter die Positionen einzuziehen. Werden also bestimmte Kursmarken unterschritten, erfolgt der automatische Verkauf. Somit profitiert der Anleger vom steigenden Preis und ist abgesichert, wenn es nach unten geht. Ob es tatsächlich zu einer 30- oder 50-prozentigen Korrektur kommen wird, kann niemand seriös sagen.

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