Interview mit Kornelius Purps

„Der Euro steigt auf 1,50 US-Dollar“

Der Euro ist auf dem Weg nach oben, glaubt Kornelius Purps. Der Experte von Unicredit ist zuversichtlich gestimmt für Anlagen in Euro, vor allem für Aktien. Für konservative Anleger hat er weniger gute Nachrichten.
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Kornelius Purps: Der Rentenmarktexperte der Unicredit ist überzeugt, dass der Euro zum Dollar weiter zulegen wird.

Kornelius Purps: Der Rentenmarktexperte der Unicredit ist überzeugt, dass der Euro zum Dollar weiter zulegen wird.

Herr Purps, stolze 15 Prozent hat der Euro seit Mitte 2012 zugelegt. Totgesagte leben länger?
Dieser Vergleich trifft es ganz gut. Wir haben in den vergangenen zwei Jahren einen extremen Stimmungsumschwung erlebt. Angestoßen wurde er von Mario Draghis Worten vom Juli 2012, er werde alles tun, um den Euro und die Währungszone zu bewahren. Damit hat er auch den Umschwung beim Euro eingeleitet, der damals ein temporäres Tief erreicht hatte. Seither geht es im Trend bergauf.

Mittlerweile ist aus der schwachen europäischen Einheitswährung eine starke geworden. Das wird irgendwann ein Problem für die Unternehmen.
So ist das eben mit Wechselkursen, es ist nie allen recht zu machen. Der wieder erstarkte Euro ist ein Vertrauensbeweis der Investoren. Dieses wiedererlangte Vertrauen der internationalen Anlegerschaft ist der alles überlagernde Faktor. Das bringt normalerweise auch stabilere Preise, also weniger Inflation. Jetzt sind wir an einem Punkt angekommen, wo es eventuell zu viele inflationsdämpfende Impulse gibt. Auch wenn wir noch nicht so weit sind, von Deflation zu sprechen. Aber das ist natürlich ein Faktor, den die Europäische Zentralbank in ihre Überlegungen miteinbeziehen muss.

Teilweise gibt es in den Peripheriestaaten sogar Deflation.
Ich würde es nicht als Deflation im klassischen Sinne bezeichnen. Es ist ein Umfeld fallender Preise, das teils durch niedrigere Nachfrage, teils durch Produktivitätseffekte und teils durch Sondereffekte begünstigt wird. Wir befinden uns in der Euro-Zone in einem großen strukturellen Anpassungsprozess. Dazu gehört, dass die Südeuropäer ihre preisliche Wettbewerbsfähigkeit wiedererlangen. Und in diesem Prozess ist es erforderlich, dass in den Peripherieländern die Inflation niedriger ist als in Deutschland. Und hier liegt das Problem, auf das Mario Draghi immer wieder hinweist: eine lange Phase europaweiter niedriger Inflation.

Das müssen Sie erklären.
Wenn wir in Deutschland eine Inflation von nur einem Prozent haben und den Anpassungsprozess weiter vorantreiben wollen, brauchen die Südländer rein rechnerisch negative Inflationsraten.

Ist das nicht gefährlich?
Wenn sich die Erwartung fallender Preise auf breiter Front in den Köpfen festsetzt, wäre das natürlich nicht gut. Unternehmen wie Konsumenten würden Ausgaben verschieben, immer in der Hoffnung, dass die Preise weiter sinken. Dann bestünde auch die Gefahr einer konjunkturellen Abwärtsspirale. Ein Niedriginflationsumfeld oder eine Deflation bringt eben Probleme mit sich.

Welche sind das?
Neben der Gefahr einer konjunkturellen Abwärtsspirale könnten sich die Anpassungsprozesse innerhalb der Europäischen Währungsunion dann schwieriger gestalten. Zu diesen Anpassungsprozessen gehört, dass in den Reformländern eine niedrigere Inflationsrate herrscht als beispielsweise in Deutschland. Und das dritte Problem liegt auf Seiten der Schuldner, egal ob wir nun von Privaten oder von Unternehmen sprechen. Jeder, der bereits jetzt unter einer hohen Schuldenlast leidet, bekommt natürlich noch größere Probleme, wenn ihm die Inflation nicht dabei hilft, die Schulden allmählich abzubauen.

Der Euro ist ganz klar auf dem Weg nach oben
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6 Kommentare zu "Interview mit Kornelius Purps: „Der Euro steigt auf 1,50 US-Dollar“"

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  • Der Kommentar ist wieder einmal schlecht recherchiert. Der Euro ist stark. Sein Außenwert hat seit 1999 ggü. vielen FX Majors (USD, JPY, GBP) deutlich aufgewertet. Nur zum CHF sieht es anders aus, und der ist inzwischen durch die SNB gekoppelt, 50% der SNB-Bilanz lauten auf EUR. Trend intakt, relevante Daten sehen in Relation zu USD, JPY, GBP gut aus (Leitzins, Inflation, Verschuldung, QE) zusätzlich schützt der Draghi-Put ("What ever it takes").

  • Der Artikel ist einmal wieder schlecht recherchiert. Der Euro ist nicht stark sondern der US Dollar schwach. Der US Dollar schwächelt auch gegenüber GBP. Der "starke Euro" ist auch nicht so stark gegenüber GBP. Er fällt.


  • so wie der Rubel in den letzten 2 Jahren abgeschmiert ist, wäre es ein gutes Geschäft Russen-Gas mit dem "Billig"-Rubel zu kaufen. :)


  • "Kräht der Hahn auf dem Mist, ändert sich das Wetter ... oder es bleibt wie es ist."
    .
    Soviel zu den Analysten- und Experten-Meinungen

  • Sehe das auch wie Herr Pups. Wenn die US -Wirtschaft, u.a. durch niedrige Energiepreise, wieder stärker geworden ist, dann wird der Euro bald auf 1,50 getrieben. Schließlich will die US-Wirtschaft dann wieder stärker exportieren.

  • Liebe HB, bitte verschont uns doch mit diesen möchte gern Börsen Gurus. Ich bin absolut für Meinung Freiheit, aber mit diesen Zahlen,Spiel Akrobaten wird es langsam Langweilig, es langt schon jeden Monat von der EZB, nichts sagende Äußerung über sich ergehen zulassen.

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