Investitionswelle
Großinvestoren kaufen Farmland

Reiche Länder beugen der nächsten Hausse bei Rohstoffen vor. Sie investieren massiv in Agrarflächen. Ausgelöst werden die Investitionen nicht zuletzt durch die Angst der politischen Machthaber vor unzureichend versorgten und rebellierenden Bevölkerungen.

FRANKFURT. "Kaufe Farmland, das ist das einzige Produkt, das nicht mehr hergestellt wird." Henry Ford hat seine eigene Empfehlung bereits vor rund 100 Jahren für sich selbst umgesetzt. Der Auto-Pionier hat Farmland im US-Bundesstaat Michigan gekauft. Länder mit hohen Zahlungsbilanzüberschüssen wie China und die auf hohen Dollar-Bergen sitzenden arabischen Staaten folgen seit geraumer Zeit dem Rat des erfolgreichen Autobauers. Die Angst vor einer schlechten Versorgung der Welt mit Nahrungsmitteln hat auf dem Globus eine riesige Investitionswelle in Bewegung gesetzt.

Das Wissen um die begrenzte Verfügbarkeit agrarischer Anbauflächen treibt riesige Kapitalmengen in die Anlageklasse Farmland. Der Hintergrund dabei ist, dass vorhandene Flächen durch die zunehmende Bebauung nicht mehr für die Landwirtschaft nutzbar sind. Andererseits steigt die Nachfrage nach Anbauflächen unaufhörlich. "Denn in den vergangenen zehn Jahren ist die Nachfrage nach Nahrungsmitteln im Durchschnitt um 20 Prozent gestiegen", begründet Jürgen Zeddies von der Universität Hohenheim diesen Trend.

Eindringliche Warnungen der Vereinten Nationen vor möglichen Hungersnöten klingen Politikern in Peking und Riad in den Ohren, so dass diese ihre riesigen Devisenüberschüsse zum Teil in Agrarland investieren. Hintergrund dieser Anlageentscheidungen ist auch die Erwartung, dass nicht nur die Weltbevölkerung in den kommenden Jahren weiter kräftig wächst, sondern auch die Ernährungswünsche von Menschen in aufstrebenden Ländern wie China und Indien anspruchsvoller werden. "Der Verbrauchszuwachs entsteht überwiegend in Asien", sagt Zeddies.

Norbert Steiner, Vorstandschef des deutschen Düngemittelriesen K+S in Kassel, stellt vor diesem Hintergrund die bange Frage: "Werden wir die Menschen künftig alle satt bekommen?" Diese Sorge ist einer der Gründe, der zum Beispiel die Regierung in Peking antreibt, die Versorgung ihrer Milliardenbevölkerung durch massiven Aufkauf von fruchtbarem Boden in Lateinamerika, Afrika und anderen Teilen der Welt voranzutreiben.

Seite 1:

Großinvestoren kaufen Farmland

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%