Iran gegen Saudi-Arabien: Rabattschlacht drückt Ölpreis in neue Tiefen

Iran gegen Saudi-Arabien
Rabattschlacht drückt Ölpreis in neue Tiefen

Der Ölpreis ist am Donnerstag auf ein neues Tief gefallen. Die Texas-Sorte WTI notierte mit 26,42 US-Dollar pro Barrel so tief wie seit 2003 nicht mehr. Der Grund: Zwischen Iran und Saudi-Arabien tobt eine Rabatt-Schlacht.

London/DüsseldorfDer tiefe Ölpreis macht sowohl Firmen und Staatshaushalten weltweit zu schaffen. Saudi-Arabien muss ein Staatsdefizit von rund 20 Prozent hinnehmen. Venezuela droht die Staatspleite und Nigeria hat um die internationale Gemeinschaft um Kredithilfen gebeten. Dennoch liefern sich die Ölproduzenten weiterhin einen erbitterten Preiskampf um Marktanteile. So auch heute. Der Iran hat seinen asiatischen Kunden einen Rabatt gewährt, um seinem Opec-Rivalen Saudi-Arabien Konkurrenz zu machen. Die beiden Länder setzen traditionell ihre Preise parallel zueinander. Nun dürfen asiatische Kunden für das iranische Öl allerdings rund 10 Cent weniger bezahlen.

An den Märkten hat der Schritt für weiteren Verfall der ohnehin schon niedrigen Rohstoffpreise gesorgt. Die Futures für die US-Sorte WTI fielen um 3,8 Prozent auf 26,42 US-Dollar je Barrel. Damit kostete die Ölsorte rund 1,03 Dollar weniger als am Vortag und so wenig wie zuletzt 2003. Auch die Nordseesorte Brent verbilligte sich. Zeitweise rutschte der Preis erneut unter die 30-US-Dollar-Marke je Barrel. Zuletzt notierten die Brent-Futures rund 1,6 Prozent tiefer bei rund 30,35 US-Dollar je Barrel.

Analysten machen sich Sorgen, dass die Preise demnächst neue Tiefen erreichen könnten: „Es gibt einen Preis-Streit innerhalb der Opec-Staaten”, erklärt Bjarne Schieldrop, Analyst bei der schwedischen Bank SEB in Oslo. „Außerdem machen wir uns Sorgen, dass die Lagerungskapazitäten der Erdöl-Förderer bald überschritten sein könnten.”. Wäre dies der Fall, hätten sie keine andere Wahl als das Öl so billig wie möglich auf den Markt zu werfen.

Auch die Analysten von Goldman Sachs gehen von stabil niedrigen Ölpreisen aus: „Die Konjunkturabkühlung in China und der Verfall bei den Ölpreisen schreiten schneller voran, als wir erwartet hatten”, schreibt die Investmentbank in einem Brief an ihre Kunden. „Wir erwarten, dass die Preise weiter zwischen 20 und 40 US-Dollar je Barrel pendeln werden”, so die Goldman-Analysten. Die Märkte müssten mir starker Volatilität und keinem klaren Preistrend bis zum zweiten Jahresquartal 2016 rechnen.

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Der Preis dürfte steigen – aber langsam

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