Irankrise bestimmt den Markt - US-Lagerbestände höher
Ölpreis steigt auf über 67 Dollar

Der Atomstreit mit dem Iran hat den Ölpreis am Freitag auf mehr als 67 Dollar getrieben.

HB HAMBURG. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) stieg an der New Yorker Rohstoffbörse um 23 US-Cent auf 67,06 Dollar. Der Preis zog an, obwohl aus den USA kräftig erhöhte Lagerdaten gemeldet wurden. So legten die Bestände an Rohöl um 2,7 Millionen Barrel auf 321 Millionen zu, das sind 12 Prozent mehr als vor einem Jahr. Doch die Spannungen wegen der Atompolitik des Iran überlagerten an den Ölmärkten diese Nachrichten.

Am Donnerstag hatte Syrien dem Iran im Atomstreit mit dem Westen Unterstützung zugesagt. Präsident Baschar Assad erklärte nach einem Treffen mit dem iranischen Staatschef Mahmud Ahmadinedschad in Damaskus, Teheran habe das Recht auf eine friedliche Nutzung der Kernenergie. Der Westen vermutet, dass das Land an einer Atombombe arbeitet. Dagegen erklärt der Iran, das Atomprogramm diene der Energiegewinnung.

Ebenfalls am Donnerstag drohte Frankreich Terrorstaaten mit dem Einsatz von Atomwaffen. Staatspräsident Jacques Chirac sagte, wer als Staatsführer Frankreich mit terroristischen Mitteln angreife oder den Einsatz von Massenvernichtungswaffen auch nur erwäge, müsse sich auf eine „entschlossene und angepasste Antwort“ einstellen.

Sollte der Iran-Konflikt nicht bald beigelegt werden, halten Analysten einen Anstieg des Ölpreises auf 70 Dollar für möglich.

Die nächste Stufe der Verschärfung droht am 2. Februar, wenn Mitglieder der Internationalen Atomenergiebehörde über eine Resolution gegen den Iran beraten. Offen scheint noch, wie scharf diese Resolution ausfällt. Großbritannien etwa ist davon überzeugt, dass Teheran vor den UN-Sicherheitsrat gebracht werden müsse.

Der Iran ist nach Saudi-Arabien der zweitgrößte Produzent der Organisation Erdöl exportierender Staat (OPEC). Im Jahr 2004 wurden im Iran rund 200 Millionen Tonnen Öl gefördert, das ist in etwa der Jahresverbrauch von Deutschland und Großbritannien. Der deutsche Markt wird allerdings kaum mit Öl aus dem Iran versorgt, das vor allem nach Indien, Japan und Malaysia geht.

Die Drohung gegen die USA des Anführers des Terrornetzwerks El Kaida, Osama bin Laden, hatte den Ölpreis in der Nacht zum Freitag schon auf den höchsten Stand seit Ende September getrieben. "Das Tonband hat am Markt heftige Reaktionen ausgelöst", sagte Analyst Victor Shum von der Energieberatungsgesellschaft Purvin and Gertz. Der Anführer des Terrornetzwerks El Kaida, Osama bin Laden, soll sich nach mehr als einem Jahr erstmals wieder persönlich mit einem Tonband zu Wort gemeldet haben. Nach Erkenntnissen des US-Geheimdienstes CIA handelt es sich bei der Stimme, die am Donnerstag vom arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira ausgestrahlt wurde, "höchstwahrscheinlich" um die von Bin Laden. Das habe eine technische Analyse ergeben, sagte ein CIA-Sprecher in Washington.

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