IWF
Spekulanten verlieren Wetten gegen Dänische Krone

Vor drei Monaten ist Dänemark ins Visier von Spekulanten geraten, die gegen die Anbindung der Krone an den Euro wetteten. Doch die dänische Zentralbank reagierte schnell und mit Erfolg. Nun lobt der IWF sie dafür.
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KopenhagenWenn Spekulanten gegen einer Währung wetten, ziehen Staaten oft den Kürzeren. Nicht so Dänemark. Nachdem die Schweizerische Nationalbank im Januar dieses Jahres den Mindestkurs des Franken für den Euro aufgab, spekulierten Marktteilnehmer auch auf die Entkopplung der Dänischen Krone vom Euro. Doch Dänemark reagierte schnell: In den folgenden Wochen senkte das Land seinen wichtigsten Einlagenzins auf minus 0,75 Prozent und erhöhte die Devisenreserven um 40 Milliarden Dollar auf rund 40 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt. Das sollte Investoren davon abzuhalten, die Krone zu horten.

Der Plan ging auf und wurde zum seltenen Beispiel dafür, dass auch Staaten und deren Zentralbanken an den Finanzmärkten die Oberhand behalten können. Das lobt auch der Internationale Währungsfonds (IWF). Die Zentralbank „habe gute Arbeit dabei geleistet, klar zu machen, dass die Euro-Anbindung bestehen bleiben werde und klar zu machen, dass es unprofitabel sein würde, dagegen zu spekulieren”, sagte Thomas Dorsey, der IWF-Missionschef für Dänemark.

Die Notenbank habe über eine Generation lang die Währungsanbindung gegen Druck in beide Richtungen aufrechterhalten und jedes Mal an Glaubwürdigkeit hinzugewonnen, so wie auch dieses Mal. „Es ist beeindruckend, wie schnell der Druck abgeebbt ist”, sagte Dorsey. „Er ließ nach, als hätte jemand einen Lichtschalter umgelegt, genauso plötzlich wie er gekommen war.”

Laut IWF kann die dänische Währungspolitik auch strukturellem Druck standhalten, der vom Leistungsbilanzüberschuss sowie der wachsenden Verpflichtung der Pensionsbranche ausgeht, ihre Zahlungsverpflichtungen abzudecken.

Allerdings sind einige der größten Banken der nordischen Region weiterhin vorsichtig bei der Einschätzung, ob der Druck auf die Anbindung der Krone vollständig verschwunden ist. Die jüngste Schwäche der Krone sei teilweise auf rekordhohe Dividendenzahlungen zurückzuführen, schreiben die Analysten von mehreren Großbanken Skandinaviens, darunter Nordea und SEB. Die Banken warnen, die Krone könnte im Verlauf des Anleihekaufprogramms der Europäischen Zentralbank und so lange ein Ausstieg Griechenlands aus dem Euro ein Risiko darstelle, weiter aufwerten.

Laut IWF ist es einfacher, eine Währung von einer Aufwertung abzuhalten als eine Abschwächung abzuwenden. Zentralbankgouverneur Lars Rohde hatte geäußert, es gebe keine Beschränkung dabei, in welchem Umfang er Kronen drucken werde, um die Währungsanbindung aufrechtzuerhalten.

„Das Engagement, das sie gezeigt haben, hat den Märkten erneut deutlich gemacht, dass die Währungsanbindung eine Priorität ist und dass sie alles Erforderliche tun werden, um sie zu bewahren”, sagte Dorsey.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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