Jahrhundertdürre in den USA
Werden unsere Nahrungsmittel knapp?

In den USA herrscht die schlimmste Hitzewelle seit 50 Jahren. Tausende Getreidefelder vertrocknen. Experten rechnen mit massiven Ernteausfällen und einem kräftigen Anstieg der Lebensmittel-Preise. Auch in Deutschland.
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Die Deutschen klagen derzeit über den verregneten Sommer. Zu viel Regen, viel zu kalt. Andernorts hätte man die Probleme gerne. In den USA beispielsweise. Seit Monaten fällt kein Regen im Mittleren Westen, es ist brennend heiß. Die schlimmste Trockenperiode seit mehr als 50 Jahren. Stimmen die Aussagen der Meteorologen, dann wird es noch eine ganze Weile dauern, ehe der nächste Regen fällt. Schon heute steht fest, dass dieser Juli einer der heißesten Monate in der Geschichte der USA wird. Landwirte und Wissenschaftler schlagen deshalb Alarm. Der Welt drohe eine Nahrungsmittelkrise.

Die Hitzewelle ist nicht allein ein Problem der Amerikaner. Denn die USA sind der größte Exporteur von Agrarrohstoffen. Und ausgerechnet der sogenannte „Corn Belt“, der Mais-Gürtel, in dem der Großanteil des Mais in den USA angebaut wird, leidet am meisten unter der Jahrhundert-Trockenheit. Die Preise an den Rohstoffbörsen haben längst reagiert; die Preise für Soja, Mais und Weizen sind zuletzt weltweit kräftig geklettert.

Auch heute legten die Notierungen zum Teil deutlich zu. Mais kostet mittlerweile mehr als acht Dollar je Scheffel und damit so viel wie niemals zuvor. Allein in den vergangenen fünf Wochen hat der Maispreis um mehr als 50 Prozent zugelegt. Auch der Preis für Sojabohnen hat zuletzt ein neues Allzeithoch erreicht; 17,49 Dollar werden derzeit je Scheffel bezahlt. Weizen kostet derzeit 9,35 Dollar pro Scheffel, so viel wie zuletzt vor vier Jahren.

Großbanken wie Goldman Sachs und Barclays haben längst ihre Preisprognosen für Mais angehoben. Die Situation an den Märkten werde mehrere Monate anhalten, schrieben Analysten der Rabobank. Allein die Commerzbank fällt mit Ihrer Einschätzung ein wenig aus der Reihe: „Nach dem massiven Anstieg des Maispreises seit Mitte Juni dürfte dies bereits in den Preisen eskomptiert sein“, heißt es in einem Kommentar der Bank. „Weiter anziehen würden die Preise wohl nur dann, wenn die Ergebnisse der „Erntetour“ durch die Hauptanbaugebiete Indiana, Illinois, Iowa und Nebraska in Hinblick auf den Zustand der Pflanzen die bisherige Einschätzung des US-Agrarministeriums noch einmal unterbieten würde.“

Eines jedenfalls scheint sicher: Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die gestiegenen Notierungen an den Terminbörsen auch bei den Verbrauchern ankommen. Nicht nur in den US-Supermärkten, sondern auch im Rest der Welt. Grundnahrungsmittel sind längst ein globales Geschäft. „Wenn in den USA die Preise steigen, gehen sie kurz darauf auch in Europa hoch“, sagt Johann Schmalhofer, Finanzanalyst und selbst Landwirt mit einem Hof in der Nähe von Regensburg. Die Lebensmittelhersteller und Supermärkte könnten die Steigerungen dabei nur für kurze Zeit abfedern - am Ende würden die Verbraucher zur Kasse gebeten. „Sonst zahlen die Supermärkte ja drauf“, sagt Schmalhofer.

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  • In Altötting hat das Amtsgericht eine Person auf
    Intervention der Polizei Altötting ohne Einkommen
    vorsätzlich obdachlos gemacht.

    Und noch der höhnische Spruch hinterher:

    "Das ist gar kein Härtefall, wenn man im Wald
    im Zelt schlafen muss."

    Nach monatelangem Aufenthalt im Wald ohne Einkommen
    und mit Mangelernährung, war diese Person gesundheitlich
    ruiniert.

    Nachdem diese Person wieder eine Wohnung gefunden
    hatte, wussten die CSU-Schikanierbehörden wie die
    ARGE Altötting (der Name ist Programm!) nichts
    anderes als diese damals 55 Jahre alte Person in
    eine sog.
    "Wiedereingliederungmassnahme in den Arbeitsmarkt"
    zu schicken. Die Leute sassen nur dumm rum,
    ohne Aufsichtsperson, wie im offenen Strafvollzug!
    Russlanddeutsche sagten dazu auch:

    "Ist wie Gefängnis!" und "Gawno!" ( = "Scheisse!")

    Die beauftragte Weiterbildungs-Organisation "BFZ"
    bekam dafür 3500 Euro im Monat pro Person!

    Die Person, die man schikanierte, bekam allerdings
    keinen einzigen Cent mehr, sondern ihr wurden für
    die Zeit, wo sie im Wald wohnte und gar keine
    Leistungen erhielt, sogar noch angebliche
    "Überzahlungen" von der ARGE Altötting abgezogen!
    Und während dieser BFZ-Zeit wurden dieser Person
    von der ARGE willkürlich und rechtswidrig die
    Leistungen für 14 Tage gesperrt!

    So geht´s da zu, wo man ein "heiliger
    Gnadenwallfahrtsort" Altötting sein will und mit
    dieser Scheinheiligkeit den Wallfahrern das Geld
    aus der Tasche zieht, während mit den Bürgern
    ganz anders umgegangen wird.

    Sehen Sie mal hier:

    http://www.youtube.com/watch?v=7moylB23jRo

  • In Neuötting gibt es eine Niederträchtigkeit in der
    Nachbarschaft, die brauchen diese Antwort.

  • Solange wir Deutschen im Schnitt nur 15% fürs Essen ausgeben müssen WIR uns keine Sorgen machen. Dank des internationalen Handels werden wir entweder von unseren Landwirten oder irgendwo auf der Welt genügend Nahrungsmittel bekommen.

    Wachstum: Solange die Weltbevölkerung wächst, muss auch die Wirtschaft wachsen, wenn der Lebensstandard gehalten werden soll.
    Lebensmittelspekulation:
    Ja, schon im Alten Testamen wurde mit Lebensmittel gezockt (7 fette/magere Jahre).
    Gezielte Wetterbeeinflussung:
    So ein Schwachsinn. Die USA beeinflussen das Wetter, damit die Versicherung 10 Mrd. auszahlen muss???

    Wenn jetzt noch 2-3 Missernten kommen, dann wird es natürlich schon eng. Dann treffen ein aufgeblähter Finanzapparat und Lebensmittelknappheit aufeinander. Das würde mit oder ohne Spekulationsverbot kein gutes Ende nehmen. Dann müssten in D ein paar Urlaube ausfallen, wenn man 30% des Einkommens für Essen ausgeben müsste und die Fleischparty jede Woche wäre beendet, wenn das kg Schweinefleisch 40 Euro (Rindfleisch 120 Euro) kosten würde. Statt Futtermittel würden dann mehr primäre Nahrungsmittel angebaut werden.

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