Japan
Subventionen sollen gegen starken Yen helfen

Japan hat Subventionen gegen die Yen-Stärke angekündigt, um damit den Schaden für die Wirtschaft zu dämpfen. Das Volumen des Hilfsprogramms ist noch unklar. Ökonomen und Exporteure sind skeptisch.
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TokioMit weiteren Geldspritzen will Japan die schädlichen Folgen des starken Yen für die heimische Wirtschaft dämpfen. Um eine weitere Abschwächung der vom Jahrhundertbeben im März gebeutelten Konjunktur zu verhindern, kündigte die Regierung am Dienstag ein Subventionsprogramm an. Die Hilfen richten sich an Unternehmen, die im Inland Arbeitsplätze sichern und neue Produktionsstätten bauen. Auch Übernahmen im Ausland sollen gefördert werden, damit die Firmen dort günstiger fertigen und verkaufen können. Der hohe Yen-Kurs setzt die exportabhängige japanische Wirtschaft unter Druck, weil er deren Autos, Elektrogeräte und Industriegüter in Übersee verteuert.

Die Landeswährung wird derzeit mit rund 76,40 Dollar gehandelt. Damit notiert sie nicht weit entfernt von ihrem im vergangenen Monat erreichten Rekordhoch. Die Notenbank hat bereits am Devisenmarkt interveniert und die Geldpolitik gelockert, konnte den Yen-Kurs damit aber nicht deutlich drücken. Daher sieht sich die Regierung zur Eile gedrängt. Dies zeigt sich auch daran, dass die Höhe der Subventionen noch unklar ist. Denn das Kabinett ist noch uneins über die Finanzierung des Programms.

Dieses soll aber noch vor Verabschiedung des - mittlerweile dritten - Sonderhaushalts zum Wiederaufbau der von der Tsunami-Katastrophe zerstörten Gebiete unter Dach und Fach sein. Finanzminister Jun Azumi bezifferte das Extrabudget auf mehr als elf Billionen Yen (rund 106,5 Milliarden Euro). Es solle im kommenden Monat fertig gestellt werden.

Das Subventionsprogramm stieß bei Ökonomen und großen Exporteuren auf Skepsis. Dessen unmittelbarer Effekt sei wahrscheinlich gering wie bei ähnlichen Paketen früherer Regierungen. „Es scheint, als hätte keine der bisherigen Maßnahmen einen Effekt gehabt“, sagte Nissan -Chef Carlos Ghosn am Montag in einem Reuters-Interview.

Besonders hart getroffen von der Naturkatastrophe wurde die japanische Autoindustrie. Sie rechnet für dieses Jahr mit einem Absatzeinbruch von mehr als 14 Prozent auf 4,25 Millionen Fahrzeuge. Das sei in etwa das Niveau von vor 35 Jahren, sagte der Chef des Branchenverbandes JAMA und Nissan-Vorstand Toshiyuki Shiga. Die jüngste Prognose datiert noch vom Dezember vergangenen Jahres. Sie lag um 210.000 Wagen höher.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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