Japanischer Yen
Die am wenigsten hässliche Währung

Die Angst um die Zukunft der Euro-Zone schlägt auf die Devisenmärkte durch. Der Euro ist zeitweise unter die Marke von 100 Yen gefallen. Das verschärft die Probleme von Japans Exportindustrie.
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Der Euro schwächelt. So sehr, dass der Kurs Ende vergangener Woche erstmals seit fast vier Monaten wieder unter die Marke von 100 Yen je Euro gefallen ist. Aktuell kostet der Euro rund 98 Yen. Währungsexperten sehen vorerst kein Ende des Abwärtstrends - selbst wenn die Notenbank eingreift.

Die neue Stärke des Yens gegenüber dem Euro begründen Devisenexperten vor allem mit der sich weiter zuspitzenden Schuldenkrise in der Euro-Zone. In Sorge um die Zukunft der Währungsgemeinschaft flüchten die Anleger in sichere Währungen. Neben dem US-Dollar sei das typischerweise auch der Yen. Die beiden laufen häufig parallel.

„Der schwächere Euro-Dollar-Kurs zieht den Euro-Yen mit sich, zumal Dollar und Yen tendenziell stabil bleiben", meint Armin Mekelburg, Währungsanalyst bei der italienischen Bank Unicredit. Dabei tragen auch die Japaner selbst zu einem starken Yen bei: „In Krisenzeiten wie jetzt haben die Inländer Geld in die Heimat zurückgeholt - auch das hat den Yen zuletzt gestärkt", sagt Eugen Keller, Währungsanalyst beim Bankhaus Metzler.

Die Sicherheit des Yens ist jedoch relativ. Wie der ehemalige Vize-Finanzminister Eisuke Sakakibara sagt, profitiert der Yen derzeit von einem „umgedrehten Schönheitswettbewerb". „Der Yen ist derzeit die am wenigsten hässliche Währung", sagt Sakakibara.

Denn der Staat hat sich vor allem bei seinen eigenen Bürgern verschuldet, und das Establishment unternehme alles, dass diese nicht verschreckt werden: Die Notenbank hält die Zinsen bei null Prozent, um dem Staat den Schuldendienst zu ermöglichen. Dazu kauft sie seit zehn Jahren massiv Staatsanleihen auf, um den Markt im Gleichgewicht zu halten.

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