Japans Geldpolitik: Yen geht auf Achterbahnfahrt

Japans Geldpolitik
Yen geht auf Achterbahnfahrt

Geht die Strategie auf? Japans Regierung möchte mit seiner expansiven Geldpolitik die Konjunktur ankurbeln. Die Notenbank will nun Anleihen kaufen und schickt den Yen auf Talfahrt - aber nur ganz kurz.
  • 0

TokioNach der Ankündigung massiver Anleihenkäufe durch die japanische Notenbank ist der Yen mit Abschlägen gehandelt worden. Die japanische Währung tendierte am Dienstag zum Dollar nahe des erst kurz zuvor erreichten Zweieinhalb-Jahres-Tief.

Die US-Währung kletterte zunächst auf 90,18 Yen, fiel kurz darauf aber auf 89,36 Yen ab.

Diese Tendenz ist nicht im Interesse der Regierung, die die Geldpolitik mit einer aggressiven Rhetorik flankiert. Japans neuer Ministerpräsident Shinzo Abe kündigte nach der Entscheidung der Notenbank an, sein Land werde einen "Regimewechsel" in seiner makroökonomischen Strategie vollziehen. Durch eine entschlossene Lockerung der Geldpolitik müsse Japan die Deflation besiegen und den starken Yen-Anstieg korrigieren. Damit kündigte er offenen einen Abwertungswettlauf an.

Spekulationen, die Notenbank könnte auch ausländische Bonds kaufen, hätten sich nicht erfüllt, erklärte die Commerzbank in einem Kommentar. Solche Käufe seien aber auch nur von einer geringen Minderheit erwartet, da diese leicht von Japans Handelspartnern als Währungsmanipulation interpretiert worden wären.

So weitreichend eine (mehr als) Verdreifachung der Wertpapierkäufe der BoJ auch für die japanische Geldpolitik sein dürften, am Devisenmarkt habe die Entscheidung zunächst keine großen Reaktionen hervorgerufen, so die Commerzbank.

Dennoch könnte es in den nächsten Tagen durchaus noch zu einer Konsolidierung im Verhältnis Dollar-Yen, aber auch Euro-Yen kommen. Immerhin dürften alle, die auf eine anhaltende Yen-Schwäche gesetzt hätten, enttäuscht worden sein. Aus technischer Sicht liege die nächste große Unterstützung in Dollar-Yen-Kurs bei 87,95 Yen.

Der Euro wurde bei 1,33 Dollar gehandelt. Zum Yen stand die Einheitswährung bei 118,89 Yen. Zum Schweizer Franken lag der Euro bei 1,2416 Franken. Zum Franken tendierte der Dollar bei 0,9306 Franken.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Japans Geldpolitik: Yen geht auf Achterbahnfahrt"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%