Kaffee
Der Zocker-Rohstoff

Ist es trocken, wetten Investoren auf höhere Kaffeepreise. Regnet es, ziehen sie die Wetten zurück. Der Kaffeemarkt ähnelt damit einem Kasino. Unerwarteter Regen macht nun Hedgefonds einen Strich durch die Rechnung.
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New YorkEs regnet in Brasilien. Jetzt gehen jene Anleger, die auf einen Anstieg der Kaffeepreise gesetzt haben, in Deckung. Niederschläge in den meisten Anbaugebieten im Februar bedeuten, dass der Boden wieder feucht genug ist - nach einer Dürre 2014, zeigen Daten von MDA Weather Services. Der Regen hat Hedgefonds dazu veranlasst, ihre optimistischen Preis-Wetten so stark zu beschneiden wie seit einem Jahr schon nicht mehr.

Kaffee hat sich in den vergangenen zwölf Monaten von einem Bären-Markt zu einem Bullen-Markt und wieder zu einem Bären-Markt entwickelt. Kein anderer Rohstoff war so volatil im Bloomberg Commodity Index.

Nach der Dürre im Jahr 2014 hatten sich die Preise zunächst verdoppelt. Danach ging es bei den Futures bis Februar sechs Monate in Folge abwärts. Die weltweiten Lagerbestände zu Ende September werden 14 Prozent höher ausfallen, als bislang angenommen, geht aus der offiziellen Prognose der US-Regierung hervor.

„Die Entwicklung der Niederschläge verändert wirklich den Pfad für Kaffee in der Zukunft“, sagt Paul Christopher, Chef für internationale Strategie bei Wells Fargo Investment Institute, im Interview mit Bloomberg News. „Es gibt ein angemessenes Welt-Angebot. Und wenn die Produktion zunimmt, muss man sich keine Sorgen machen.“

Die optimistischen Netto-Kaffee-Wetten brachen in der Woche, die am 24. Februar zu Ende ging, um 49 Prozent auf 8167 Futures und Optionen ein, zeigen Daten der U.S. Commodity Futures Trading Commission. Es war der stärkste Einbruch seit Januar 2014.

Arabica-Kaffee-Futures hatten sich im vergangenen Monat um 13 Prozent auf 1405 Dollar je Pfund in New York verbilligt, der größte Rückgang seit Mai. Der Bloomberg Commodity Index, der 22 Rohstoffe abbildet, kletterte gleichzeitig um 2,6 Prozent.

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