Kaffeemarkt
Spitzengewächse erzielen Höchstpreise

Brasiliens Kaffeebarone rüsten auf. Sie wollen auf dem Segment Premiumkaffee ihre Führung ausbauen, denn die Spitzensorten erfreuen sich weltweit wachsender Beliebtheit.

GUAXUPÉ. Eine Weinprobe in Bordeaux inspiriert den brasilianischen Medienmogul Roberto Irineu Marinho: So aromatisch und elegant, so fruchtig und gehaltvoll wie ein Spitzengewächs aus dem Bordelais, so soll künftig auch der Kaffee von seiner Plantage auf der Zunge zergehen und von Feinschmeckern gewürdigt werden. Denn im Landesinnern Brasiliens züchtet der Präsident des Globo-Konzerns nicht nur Lusitaner-Pferde, sondern pflanzt auf einer traditionellen Plantage auch Kaffee. Einige Jahre und Investitionen in Höhe von rund vier Millionen Euro später hat der ehrgeizige Unternehmer das mit dem Spitzengewächs geschafft: Ein Los von 19 Sack Arabica-Bohnen der Sorte Bourbon erreicht bei der World Speciality Coffee Conference in Bern im Mai die höchste Punktzahl unter den konkurrierenden brasilianischen Kaffees. Für das Marketing der hauseigenen Edel-Kaffeemarke „Orfeu“ wird das den beabsichtigten Marketing- und Preis-Effekt bringen.

Denn immer mehr Kaffee-Boutiquen und –gourmethäuser weltweit geben viel Geld für Spitzenkaffees mit genauen Herkunftsausgaben aus. So sicherten sich eine australische, eine kanadische und eine brasilianische Kaffeekette die zwölf Sack Bourbon-Arabica des Vorjahressiegers Fazenda (Farm) Santa Inês und bezahlten dafür den Rekordpreis von 6 500 Dollar pro 60 Kilogramm der in Jute verpackten Arabica-Bohnen. Zum Vergleich: Der Sackpreis für hochwertigen Arabica-Kaffee aus Brasilien liegt derzeit bei rund 160 Dollar. „Noch nie wurde so viel für Kaffee bezahlt wie bei dieser Auktion“, sagt Alexandre Frossard Nogueira, Präsident des Verbandes der Premiumkaffees Brasiliens (BSCA).

Ein Trend, der anhalten wird. Denn Brasiliens Kaffeebarone rüsten auf. Ihr Ziel: Sie wollen auf dem am stärksten wachsenden Segment des Kaffeemarktes weltweit ihre Führung ausbauen. Heute produzieren brasilianische Kaffeeproduzenten rund ein Drittel des Premiumkaffees weltweit. Eine Million Sack sind das, wovon sie 85 Prozent exportieren, wie der Verband BSCA schätzt. Die Konzentration auf das Hochpreissegment ist sinnvoll: Denn der weltweite Kaffeekonsum nimmt jährlich nur rund 1,5 Prozent zu – bei gleichzeitig hartem Wettbewerb, bei dem Billiganbieter wie Vietnam in wenigen Jahren nach Brasilien zur Nummer zwei weltweit aufsteigen konnten.

Seite 1:

Spitzengewächse erzielen Höchstpreise

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%