Kakaodefizit
Geht uns die Schokolade aus?

Bis 2020 wird sich das Kakaodefizit verneunfachen. Nestlé, Ferrero und andere Branchengrößen versuchen bereits gegenzusteuern. Doch anstatt die Ernte auszuweiten, wechseln Kakaobauern einfach zu lukrativeren Rohstoffen.
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New YorkImmer mehr Menschen wechseln auf die „Schokoladenseite“. Vor allem die in China wachsende Mittelschicht sorgt für eine verstärkte Nachfrage nach Schokolade und damit nach Kakao. Kakaobauern sind die Preise allerdings noch zu niedrig, weshalb es ihnen an Motivation fehlt die Ernte auszuweiten. Dabei hinken sie mit der Produktion bereits stark hinterher.

Die weltweite Kakao-Nachfrage wird wohl in der nächsten Saison, die am 1. Oktober beginnt, erneut über dem Angebot liegen. Das geht aus einer Umfrage von Bloomberg News unter Analysten und Händlern hervor.

Den Erwartungen zufolge wird sich das Defizit bis 2020 verneunfachen, und zwar auf 1 Millionen metrische Tonnen. Dies erklärte der in Zürich angesiedelte Schokoladenkonzern Barry Callebaut unter Berufung auf branchenweite Prognosen. Das Defizit würde dann rund einem Viertel des weltweiten Angebots entsprechen – falls die Bauern das aktuelle Produktionstempo beibehielten.

Die weltweite Nachfrage nach Schokosüßwaren wird im Durchschnitt bis 2018 um jährlich 2,1 Prozent wachsen, zeigen Prognosen von Euromonitor International.

Wie die weltweite Nachfrage befriedigt werden kann, wird eines der Themen bei der World Cocoa Conference sein. Sie beginnt am 9. Juni im Amsterdam.

Trotz des seit zwei Jahren anhaltenden Unterangebots sind die Kakaopreise nicht genug gestiegen, um Bauern - von der Elfenbeinküste bis hin nach Ghana - davon zu überzeugen, beim Anbau von Kakao zu bleiben. Die beiden Länder allein stehen hinter 55 Prozent des weltweiten Angebots.

Kakaobauern wird immer klarer, wie schlecht sie in der Kakaowertschöpfungskette wegkommen”, sagte Edward George, Leiter der Analyse landwirtschaftlicher Rohstoffe bei der Ecobank Group in Lome (Togo). „Es muss etwas sehr Dramatisches passieren, bevor ein Bauer, der sein ganzes Leben lang Kakao angebaut hat, seine Plantage plattmacht und zu Kautschuk wechselt. Aber dieser Trend ist zu beobachten.”

Teil des Problems ist das unrealisierte Potenzial, sagt Damien Thouvenel, Kakaohändler bei Sucres et Denrées (Sucden) in Paris. Seinen Angaben zufolge ernten Bauern der Elfenbeinküste im Durchschnitt 400 Kilogramm Kakaobohnen je Hektar, wohingegen eine gut geführte Farm mit Dünge- und Pflanzenschutzmitteln bis zu 1,5 Tonnen pro Hektar bringen könnte.

Kommentare zu " Kakaodefizit: Geht uns die Schokolade aus?"

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  • " Kakao hat im selben Zeitraum in London lediglich etwa 15 Prozent eingebüßt."
    15% eingebüßt, dann herscht doch kein Mangel.

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