Kampf um Ressourcen
Rohstoffe: Chinesischer Drache auf Raubzug

China sichert sich weltweit neue Rohstoffquellen und hortet die eigenen Vorräte. Mit Hunderten von Exportzöllen will China die Ausfuhr von Rohstoffen und Halbzeugen beschränken. Die deutsche Industrie warnt schon vor Produktionsengpässen. Treffen könnten die Restriktionen zum Beispiel die Automobilbranche.

BERLIN/PEKING. Hohot ist nicht gerade ein berühmter Ort. Doch die Hauptstadt der Inneren Mongolei dürfte bald öfter im Reiseplan von internationalen Managern auftauchen. Zumindest, wenn sie im Rohstoffhandel tätig sind: Die chinesische Provinz gehört zu den größten Quellen sogenannter Seltener Erden. Dabei handelt es sich um 17 Metalle, die meist unbekannt sind und Namen haben wie Lanthan oder Terbium. Sie sind für den Antrieb von Hybridmotoren oder für den Bau von Windkraftanlagen unentbehrlich.

China produziert einen großen Teil des weltweiten Bedarfs dieser von der IT- und Umwelttechnik immer stärker nachgefragten Metalle, 75 Prozent davon kommen aus der Inneren Mongolei. Gerade bei "grüner" Zukunftstechnik geht nun kein Weg mehr an China vorbei.

"China verfügt über 95 Prozent der weltweiten Produktion an Seltenen Erden", sagt etwa Ulrich Grillo, Vorsitzender des Ausschusses Rohstoffpolitik des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), dem Handelsblatt. Entsprechend groß war dort der Schreck über Meldungen, dass das chinesische Industrieministerium darüber nachdenkt, die Ausfuhr von Seltenen Erden wegen seines wachsenden Eigenbedarfs stärker zu beschränken. Ohnehin ist die Ausfuhr bereits jetzt mit einem Zoll von 25 Prozent belegt.

Angesichts der Lieferabhängigkeit machen sich plötzlich von den USA über Japan bis Deutschland Hersteller von Spitzentechnik Sorgen, ob sie künftig in die missliche Lage geraten könnten, zwar über das Wissen für den Bau neuartiger Produkte, aber nicht mehr über die nötigen Materialien hierfür zu verfügen. "Wir sind sehr besorgt, denn unsere Erfahrung zeigt, dass China sehr gezielt und strategisch seine Rohstoffversorgung sichert und damit den internationalen Handel gefährdet", kritisiert auch Grillo. Das Land habe schon 373 Exportzölle auf Rohstoffe und Halbzeuge erhoben, um die Ausfuhr zu beschränken.

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