Kanada
Land voller Bodenschätze

Kanadas Rohstoffindustrie floriert, angetrieben durch die steigenden Preise für Erdöl, Erdgas oder Diamanten. Der Staat treibt in der Arktis vor allem die Suche nach Uran voran. Experten erwarten auch hier steigende Preise.

OTTAWA. Vor zwei Jahren saß die Kanadierin Rebecca Hunter noch in den Hörsälen der Universitäten in Regina und Saskatoon und studierte Geologie. Heute ist sie verantwortlich für ein Zukunftsprojekt der Cameco Corporation in der Arktis: die Suche nach Uran westlich des Baker Lake in Nunavut. Das Turqavik-Aberdeen-Projekt ist eines von mehreren Explorationsvorhaben von Cameco, des weltgrößten Uranproduzenten. "9,5 Mill. Can-Dollar wird Cameco in diesem Jahr in Nunavut investieren", berichtet Rebecca Hunter.

Junge Geologen haben in Kanada glänzende Berufsaussichten. Die Rohstoffindustrie erlebt einen Boom, angetrieben durch die Preise für Erdöl, Erdgas, Basis- und Edelmetalle, Diamanten und Uran. Kanada ist es trotz Verflechtung mit der US-Wirtschaft weitgehend gelungen, den Folgen der Subprime-Krise zu entgehen. "Einer der Gründe, weshalb wir den Abschwung bisher vermeiden konnten, ist die Rohstoffindustrie mit starken Kapitalausgaben und stabiler Beschäftigung", sagt Douglas Vize-Chefökonom von BMO Capital Markets in Toronto. Nur ein deutlicher Rückgang der Rohstoffpreise könnte negative Folgen haben.

Kanadas Mineralienproduktion erreichte im vergangenen Jahr ein Volumen von 40,4 Mrd. Can-Dollar, ein Anstieg um 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Zuwachs war vor allem Folge des Preisanstiegs bei metallischen und nichtmetallischen Mineralien, stellen die Analysten des für Bodenschätze zuständigen Ministeriums Natural Resources fest. In diesem Betrag sind weder die Weiterverarbeitung von Rohstoffen noch die Ölsandgewinnung in der Provinz Alberta oder die konventionelle Öl- und Erdgasförderung enthalten. Der Export von Rohmineralien, verarbeiteten Rohstoffen und Kohle erreichte 2006 einen Wert von rund 75 Mrd. Dollar und stellte einen Anteil von 17 Prozent an Kanadas Exporten, die insgesamt 440 Mrd. Dollar betrugen. Auch in dieser Zahl ist das Öl nicht enthalten. Kanada produziert täglich 2,6 Mill. Barrel und will die Erdölproduktion bis 2020 auf 4,7 bis 5,3 Mill. Barrel steigern, fast ausschließlich durch den Ausbau der kapital- und energieintensiven Ölsandgewinnung. Derzeit fördert das Land noch zu gleichen Teilen konventionelles Öl aus Brunnen und unkonventionelles aus Ölsand.

Zwar hat der dramatische Anstieg des Ölpreises die Profitabilität des kanadischen Ölsandes gestärkt, aber die anderen Rohstoffe profitierten ebenfalls von dem Boom. Die Nickelförderung wurde um neun Prozent auf 245 000 Tonnen erhöht, während der Nickelwert durch den Preisanstieg um 60 Prozent in die Höhe schoss. Die Kali-Förderung - Kanada ist der größte Produzent von Kali-Dünger - wurde um 34 Prozent auf 11,5 Mill. Tonnen gesteigert.

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