Kapitalabflüsse
Investoren zeigen Europa die kalte Schulter

Die Euro-Zone ist bei Anlegern nicht mehr beliebt. Sie ziehen sich zurück. Das schlägt auf den Euro durch. Eine Großbank sagt: Gegen den Euro zu wetten, sei eine sichere Sache.
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FrankfurtInvestoren ziehen sich aus der Euro-Zone zurück. Das belegen Daten zu den weltweiten Kapitalströmen. Die Abflüsse schlagen auch auf die Währung durch: der Euro fällt.

Breit gefasste Daten zu Kapitalströmen in Aktien und Anleihen des Euro-Raums hinein sind schwer zu bekommen. Strategen verweisen aber beispielsweise auf börsennotierte US-Fonds (ETFs), die im Juli 1,1 Milliarde Dollar aus europäischen Anlagen abgezogen haben. Der Kapitalabfluss ist der erste seit April 2013. Anleihen aus Italien und Spanien, die vor zwei Jahren bis zu 7,05 Prozentpunkte mehr Rendite als US-Staatspapiere boten, rentieren derzeit unter dem Niveau der Treasuries, was ihre Attraktivität schmälert.

Das Resultat ist der größte Monatsverlust des Euro seit Februar 2013. Morgan Stanley erklärte dieser Tage, dass der Verkauf der europäischen Gemeinschaftswährung die sicherste Wette in den Industrieländern sei. Die Europäische Zentralbank dürfte eine Euro-Schwäche eher als willkommene Entwicklung denn als Problem ansehen, da sie sich bemüht, eine Deflation zu verhindern und die Exporte anzukurbeln, um die Konjunktur zu fördern.

„Der Euro steht unter Druck“, sagte Ian Stannard, Leiter Devisenstrategie Europa bei Morgan Stanley in einem Telefoninterview mit Bloomberg News. „Die Portfolio-Ströme nach Europa schwächen sich langsam ab.“

Im Juli hat der Euro 2,2 Prozent gegenüber dem Dollar eingebüßt. Am Mittwoch fiel er auf 1,3367 Dollar, den niedrigsten Stand seit dem 12. November.

Morgan Stanley geht davon aus, dass der Euro bis zum Jahresende auf 1,31 Dollar sinkt und sieht die Gemeinschaftswährung bis Mitte 2015 in Richtung 1,24 Dollar fallen. In einer Bloomberg-Umfrage unter mehr als 60 Strategen lag die Medianprognose bei einem Rückgang des Euro auf 1,32 beziehungsweise 1,28 Dollar.

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