Kein Ende der Aufwärtsbewegung in Sicht
Ölpreis erreicht erneut 60-Dollar-Marke

Die Ölpreise haben am Freitag wieder die Rekordmarke von 60 Dollar erreicht. Als Hauptursache für den Anstieg gilt die drastisch zunehmende Nachfrage der beiden weltgrößten Öl-Verbraucherländer USA und China.

HB NEW YORK. Zudem gibt es vor Beginn der Winter-Heizsaison in den Industrieländern Befürchtungen vor erheblichen Engpässen bei der Öl-Verarbeitung in den Raffinerien. Da zugleich die Mitglieder der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) die Förderhähne bis zu den Kapazitätsgrenzen aufgedreht haben, spekulieren insbesondere Hedge-Fonds auf weiter steigende Preise.

Auch Händler sehen in den kommenden Wochen keine Entspannung am Markt. Ein deutscher Regierungsvertreter sagte, der Ölpreis spiele bei den Beratungen des G8-Gipfels im nächsten Monat in Schottland eine wichtige Rolle.

Seit Jahresbeginn ist der Ölpreis um knapp 40 Prozent gestiegen. Am Freitag erreichte er zeitweise die Marke von 60 Dollar, auf die er bereits am Donnerstagabend kurzzeitig gestiegen war. Dies ist das höchste Niveau seit Einführung der Öl-Futures an der New York Mercantile Exchange vor 22 Jahren.

Bis zum Nachmittag sank der Preis für ein Barrel (rund 159 Liter) US-Leichtöl zur Lieferung im August aber wieder auf 59,45 Dollar. Ein Barrel der Nordseemarke Brent lag kaum verändert bei 57,93 Dollar.

„Die Möglichkeit, die Preise über 60 Dollar zu treiben, lässt sich wohl kein spekulativer Anleger entgehen“, sagte ein Händler. „Ein Ende des Höhenflugs wäre nur dann denkbar, wenn etwa die Chinesen plötzlich kein Öl mehr kaufen würden.“

Mit dem rasanten Wirtschaftsaufschwung in China hat auch die Öl-Nachfrage in dem asiatischen Land rapide zugenommen. Zudem gab es zuletzt Bericht, China erwäge gegen Jahresende eine Aufstockung seiner jüngst aufgebauten strategischen Ölreserven. Dies könnte die Ölpreise im vierten Quartal weiter nach oben treiben.

Auch in den USA hat der rekordhohe Ölpreis bislang keine dämpfenden Auswirkungen auf die Öl-Nachfrage gehabt. So werden die dortigen Heizöl-Vorräte vor der Wintersaison kräftig aufgefüllt.

In den Industrieländern treibt der hohe Ölpreis die Lebenshaltungskosten an und droht Analysten zufolge, die Konjunkturerholung zu stoppen. Auch an den Börsen sorgt die Entwicklung an den Ölmärkten für negative Stimmung. Es bestehen Befürchtungen, dass der hohe Ölpreis die Gewinne der Unternehmen aufzehrt. Lediglich Öl-Unternehmen profitieren: Deren Aktien legen seit Tagen kräftig zu.

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