Keine Opec-Sondersitzung vor nächstem Treffen im Juni
US-Ölpreis könnte bald 40-Dollar-Marke überspringen

Die Rohölpreise in den USA haben den höchsten Stand seit Oktober 1990 erreicht und nähern sich der Marke von 40 Dollar je Barrel. Der Rohölpreis notierte am Donnerstag in New York mit 39,87 Dollar je Barrel (plus 0,76 Prozent), berichtete die US- Wirtschaftsagentur „Bloomberg“.

HB NEW YORK. Das war der höchste Rohölpreis seit dem Einmarsch irakischer Truppen in Kuwait 1990. Fachleute rechnen damit, dass die amerikanischen Rohölpreise in wenigen Wochen auf deutlich über 40 Dollar steigen könnten.

Der Terminpreis für Benzin befindet sich auf dem höchsten Niveau seit 20 Jahren. Die amerikanischen Autofahrer bezahlen inzwischen an den Zapfsäulen im Schnitt mehr als 1,80 Dollar je Gallone (3,8 Liter) für bleifreies Benzin und in vielen Landesteilen mehr als zwei Dollar für Super-Bleifrei. Im Sommer dürfte der Verbrauch der Autofahrer die Rekordmenge von 9,3 Millionen Barrel Benzin erreichen, schätzt Washington. Einer der Hauptgründe für den extrem hohen Benzinkonsum in den USA ist der Siegeszug der schweren Geländewagen, Pickups und großen Vans.

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) plant trotz des rasanten Ölpreisanstiegs keine Sondersitzung vor ihrem nächsten offiziellen Treffen am 3. Juni in Beirut. Dies sagte am Donnerstag ein Vertreter des Kartells und reagierte damit auf entsprechende Gerüchte an den Ölmärkten.

Benzin- und Rohölpreise klettern - Mehr als 1,20 Euro für Super

In Deutschland mussten Autofahrer am Donnerstag mancherorts mehr als 1,20 Euro, dem letzten Höchstpreis, für ein Liter Super bezahlen. An den Tankstellen von Aral und Esso lagen die Preise im bundesweiten Durchschnitt zwei bis drei Cent unter dem jüngsten Spitzenpreis vom Wochenbeginn.

An den Rohölmärkten setzte sich unterdessen der Preisanstieg fort. Dadurch erreichen die Kraftstoffpreise mittlerweile nicht nur in Deutschland Höchstwerte, auch in anderen europäischen Ländern sowie in den USA müssen die Autofahrer mehr Geld für Sprit ausgeben. Nach Angaben des ADAC vom Donnerstag legten die Durchschnittspreise für Super in Europa um bis zu sieben Cent zu.

Mit 0,80 Euro pro Liter Super bleifrei ist das Tanken nach wie vor in Polen am billigsten, am teuersten ist es in Dänemark und den Niederlanden mit jeweils 1,26 Euro pro Liter. Für weniger als einen Euro ist dieser Kraftstoff auch in Luxemburg (0,92 Euro), Österreich (0,94), Tschechien (0,87) und der Schweiz (0,92) zu haben. Bei Diesel ist ebenfalls Polen mit Luxemburg (0,66 Euro) am günstigsten, in Dänemark kostet Diesel 1,02 Euro.

Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht in den stark gestiegenen Ölpreisen eine Gefahr für die Preisstabilität und die Konjunktur. Die Inflationsrate könnte wegen der hohen Rohstoffpreise in den kommenden Monaten auf mehr als zwei Prozent steigen, warnte EZB-Präsident Jean- Claude Trichet am Donnerstag nach der EZB-Ratssitzung in Helsinki.

Inzwischen mehren sich die Forderungen innerhalb der Opec nach einer Erhöhung der Förderquoten im dritten Quartal dieses Jahres. In der Tageszeitung „Jakarta Post“ sagte der Opec-Konferenzsekretär Purnomo Jusgiantoro, man analysiere zurzeit die Gründe für den Ölpreisanstieg. „Wir wollen dem Markt versichern, dass die Fördermengen ausreichen“, sagte er dem Blatt. Die Opec hatte im Februar in Algier eine Senkung der Fördermenge um eine Million Barrel auf 23,5 Millionen Barrel beschlossen.

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