Knappes Angebot
Die Tanks füllen sich langsamer

Ein knappes Angebot gibt den Erdgasnotierungen Auftrieb. Ein Grund: Die USA können ihr früheres Produktionsniveau nicht halten.

HB FRANKFURT. An den Energiemärkten in den USA sind die Preise zuletzt wieder leicht gefallen. Der Rohölpreis sank leicht und liegt derzeit wieder marginal unter der Marke von 70 Dollar je Barrel, und der Erdgaspreis liegt nach leichten Verlusten im nahen Termin unter der Marke von sechs Dollar je Million British Thermal Units (MMBtu). Einen solchen Einklang in der Preisentwicklung hatte es zwischen diesen beiden wichtigsten Primärenergieträgern der USA und Kanadas über das vergangene Jahr hinweg nicht gegeben. Denn während sich der Preis für Erdöl auf vergleichsweise hohem Niveau gehalten hat, sind die Notierungen für Erdgas zeitweise stark unter Druck gekommen.

Noch im Oktober des vergangenen Jahres waren für Natural Gas an der New York Mercantile Exchange (Nymex) fast 16 Dollar je MMBtu bezahlt worden. Die Gründe für diesen Preisverfall lagen zum einen in günstigen Witterungsbedingungen und zum anderen in wachsenden Lagervorräten. "Steigende Regenfälle erfordern zum einen eine geringere Nutzung von Klimaanlagen und sie führen zum anderen zu einer stärkeren Stromgewinnung aus Wasserkraft", erklärt Ron Barone von der UBS in New York.

"Erdgas hat mit dem jüngsten Preisrutsch die bei eins zu sechs liegende langfristige Preisrelation zum Erdöl unterschritten", sagt Hans-Jürgen Klisch, Energie-Experte des Investmenthauses Raymond James & Associates. Bei Annahme einer solchen Relation müsse Erdgas an der Nymex bei rund zwölf Dollar handeln. In normalen Marktphasen werde diese Preisrelation dadurch hergestellt, dass die Energieversorger die günstigsten Preise suchen und zwischen Erdöl und Erdgas wechseln.

Der Markt scheint sich an dieses Preisverhältnis zu erinnern; denn die Preise für die Dezember-Lieferung liegen in der Tat bereits wieder bei über zehn Dollar je MMBtu. "Wir haben unsere Prognose für den durchschnittlichen Erdgaspreis des Jahres 2006 von 7,75 Dollar auf 6,90 Dollar reduziert", sagt Barone. Da die langfristigen Fundamentalfaktoren - sprich die absehbare Verknappung - bei Erdgas nach wie vor intakt seien, hat Barone seine Prognose für 2007 unverändert bei 9,00 Dollar/MMBtu beibehalten. Für steigende Preise spricht die langfristig geringe Verfügbarkeit von Gas in Nordamerika, vor der sogar die US-Notenbankchefs Greenspan und Bernanke gewarnt haben.

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