Kolumne Nachgerechnet
Die teuren Tücken eines Goldsparplans

Mit kleinen Sparraten in Gold investieren – und so ein Vermögen aufbauen. Das versprechen Goldsparpläne, wie sie derzeit zu Dutzenden im Internet oder über freie Vermittler angeboten werden.
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Düsseldorf„Investieren Sie in das Unvergängliche!“ wirbt die Firma Multi Invest in Frankfurt für einen Goldsparplan. Mit kleinen Beträgen könne der Anleger dort ein Edelmetalldepot aufbauen, das eine wertbeständige und krisensichere Anlage sei.
Es ist einer von Dutzenden Goldsparplänen, die derzeit im Internet oder über Vertreter angeboten werden, und es dürfte eines der seriöseren Angebote sein. Denn Multi Invest arbeitet auch mit einer richtigen Bank zusammen, der Sutor Bank in Hamburg. Trotzdem ist dieser eigene Sparplan von Multi Invest wohl einer der teuersten Wege, um sich ein Golddepot zusammenzusparen.

Wer bei Multi Invest zehn Jahre lang 100 Euro im Monat einbezahlt, muss erst einmal 1500 Euro Provision hinblättern. Damit gehen die ersten 15 Monatsbeiträge schon einmal verloren. Fließt dann endlich jeder Monatsbeitrag voll in die Goldanlage, wird er in Ein-Gramm-Barren investiert. Die sind allerdings deutlich teurer als größere Barren. Der Sparer würde deutlich besser fahren, wenn er sein Geld so lange ansammeln würde, bis er sich einen 50-Gramm-Barren kaufen kann.
Die Rechnung: Wie wäre es gewesen, hätte ich zehn Jahre lang, von 2001 bis 2010, jeweils 100 Euro monatlich bei Multi-Invest angelegt? Und wie  sähe mein Golddepot aus, hätte ich  in der gleichen Zeit auf eigene Faust gespart und mir jeweils einen 50-Gramm-Barren bei einem Goldhändler – sagen wir mal Pro Aurum in München – gekauft, sobald ich genug Geld dafür beisammen gehabt hätte?

Der Goldhändler nimmt für jeden 50-Gramm-Barren einen Aufschlag von gut drei Prozent des Goldpreises, entsprechend nimmt er das Gold auch nur gegen Abschlag zurück. Das Gold könnte ich dort persönlich abholen. Aber ich würde es nicht unbedingt in der Keksdose lagern und müsste noch ein Schließfach bei meiner Bank unterhalten. Die Kosten hierfür kämen noch dazu. 2001 war das Gold noch günstig. Da konnte man schon für unter 600   Euro einen 50-Gramm-Barren kaufen. In den ersten Jahren hätte ich zwei Barren im Jahr zusammenbekommen. Später, als der Preis ordentlich anzog, wäre nur noch ein Barren im Jahr drin gewesen. Am Ende hätte ich bei Pro Aurum 16 Goldbarren à 50 Gramm zusammenbekommen, insgesamt 800 Gramm. Sie wären heute rund 31 500 Euro wert.


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  • Die 1500 sind keine Provision sondern die Depoteinrichtungsgebühren, welche mit erreichend es Sparzieles auf das Depot angerechnet werden und somit nciht verloren sind.
    Man sollte schon bei der Wahrheit bleiben. Ebenso bei dem Gedanken, dass man von 2001 an bis heute 800 Gramm Gold bekommen hätte, wenn der Preis von damals angenommen wurde. Der Goldpreis ist leider die letzten Jahre enorm angestiegen und Mulit-Invest kauft zu Tagesaktuellen Preisen ein bzw hat nochmals eine Gewinnmarge, welche sich aus dem hohen Enkauf ergibt... das ist aber Firmenintern und genaue Zahlen bekommt man nciht heraus.

    Mulit Invest ist der beste deutsche Anbieter...arbeitet ja mit der Commerz Bank zusammen und das Gold ist physisch sofort zu bekommen (aber nicht zu empfehlen, weil meist kein Tresor zu Hause vorhanden bzw. Gebühr für das Schicken...logisch ist ja Werttransport)

    LG

    www.news-ratgeber-problemloesung.de

  • Das im Artikel genannte Vergleichsportal für Tresorgold heißt Trustable Gold (und nicht affordablegold).

    Es ist unter www.trustablegold.de zu finden.

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