Kommentar
Chinas Traum von einer stabilen Währung

Die Chinesen beschweren sich über die Schuldenpolitik der USA. Zu Recht. Denn letztlich werden die Chinesen den auf Pump gekauften Wohlstand der Amerikaner zahlen. China träumt von einer neuen und stabilen Weltwährung.
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DüsseldorfDie Chinesen sorgen sich zu Recht, dass sie letztlich für die Probleme der USA zur Kasse gebeten werden. Sie haben riesige Dollarbestände angehäuft, als Bezahlung für ihre Exportüberschüsse. Wenn die USA tatsächlich eines Tages zahlungsunfähig werden sollten, oder - wahrscheinlicher - der Dollar stark an Wert verliert, dann hätten die Amerikaner es geschafft, einen Teil ihres auf Pump finanzierten Wohlstands von den Chinesen bezahlen zu lassen.
Verständlich ist daher der Wunsch, eine stabile Weltwährung zu schaffen - als Alternative zum Dollar. Nur - was soll das für eine Währung sein? Der Euro sieht zurzeit auch nicht attraktiv aus. Manche Leute reden von Gold. Hin und wieder gibt es auch die Idee, eine neue Währung an einen Warenkorb mit verschiedenen Rohstoffen zu koppeln. So eine Währung könnte sehr stabil sein.
Aber dann würden weltweit genau die Probleme entstehen, die wir zurzeit im Euroraum erleben. Wenn die Amerikaner gezwungen würden, sich in der Stabilwährung statt in Dollar zu verschulden, könnten sie nicht mehr munter weiter Anleihen verkaufen. Sie könnten auch nicht die eigene Notenbank einspannen, um diese Anleihen zu kaufen. Sie wären in der Situation wie heute Italien: Angewiesen darauf, dass andere helfen, weil die eigene Notenbank es nicht kann. Möglicherweise wären die USA unter diesen Vorzeichen schon zahlungsunfähig - und die Chinesen noch schneller geschädigt.

Falls der Traum der Chinesen sein sollte, langfristig selbst mit ihrem Yuan die stabile Weltwährung zu stellen, kann man auch nur sagen: Überlegt Euch gut, wovon ihr da träumt! Denn dann käme China letztlich in die Rolle des weltweiten Retters. Aus deutscher Erfahrung kann man nur sagen: Das macht keinen Spaß. Die Herren der Europäischen Zentralbank werden das bestätigen - und sie haben für Euroland die Aufgabe, die die Notenbank in Peking als Hüter einer chinesischen "Weltwährung" bekäme.

Kommentare zu " Kommentar: Chinas Traum von einer stabilen Währung"

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  • Ohne Handelsbilanzüberschusse hätten wir die Probleme nicht, also einfach Handelsüberschusse stark besteuern oder ausgleichen.
    Willsz Du dass ich von Dir was kaufe muss Du von mir auch was kaufen, und zwar im gleichen Wert.

  • Das Finanzsystem an sich ist zum Scheitern verurteilt.
    Ich habe mich intensivst damit beschäftigt...

    Finanzen, also Geld, darf nicht mehr von Privaten Firmen erstellt werden.

    Die Bindung an Rohstoffe wäre Schwachsinn, denn wer hat denn zur Zeit das meiste Gold? es wären die Amerikaner und davon nur ein Bruchteil.
    Welche Rohstoffe sollte man denn sonst nehmen? Wolfram?

    Weg von dem Gedanke, eine Währung, also Geld, an Materielle Güter zu binden oder durch Private Banken die nur an den Profit orientiert sind verteilen/erstellen zu lassen ist dank der Eigenschaften des Menschen desaströs.

    Ansätze zum Lösen des Problems brauchen neue Denkansätze.

    Tom.my@web.de

  • Worüber beschwert sich China eigentlich? Wenn ich mich zum Hof-Lieferanten der USA mache, dann muss ich auch mit den damit verbundenen Nachteilen leben. Exportüberschüsse führen nun einmal auch zu Währungsüberschüssen, die üblicherweise wieder in dem Land investiert werden, aus dem sie stammen. In Anbetracht der so erwirtschafteten Währungsguthaben hat China selbst geschätzte rund 2 Billionen Dollar aufgebaut, von denen bereits über 600 Milliarden unter Wasser stehen, also Zins und Tilgung nicht mehr vertragsgemäß bedient werden. Da kommt die absehbare weitere Entwertung des USD nicht gerade recht. Chinas Wunsch nach einer stabilen Währung, gerne Weltwährung genannte, wird aus der Angst gespeicht, demnächst mit Währungsreserven dazustehen, die nicht ausreichen, den eigenen Schuldenberg auszugleichen. China geht so langsam der "A..ch auf Grundeis"!

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