Konjunktur
Iran-Konflikt treibt Ölpreis Richtung Rekordniveau

Die anhaltende Sorge über das Atomprogramm des Iran hat den Ölpreis zu Wochenbeginn an die 70-Dollar-Marke getrieben.

HB HAMBURG/NEW YORK. Im Computerhandel der New Yorker Rohstoffbörse stieg der Preis zeitweise um 72 US-Cent auf 69,20 Dollar, gab dann aber wieder nach und stand am Montagvormittag bei 68,72 Dollar.

Der bisherige Rekordpreis von 70,85 Dollar war am 30. August 2005 erzielt worden, als der Tropensturm Katrina die Förderanlagen im Golf von Mexiko heimsuchte. Die Benzinpreise in Deutschland bleiben dagegen am Montag noch weit von damaligen Höchstpreisen entfernt mit 1,27 Euro für den Liter Super und 1,10 für Diesel, wie Aral mitteilte.

Während die Iran-Krise für steigende Preise sorgt, geben die Marktdaten ein völlig anderes Signal ab: Weil der bisherige Winter im Nordosten der USA - dem größten Heizöl-Verbrauchsgebiet - bisher relativ mild gewesen ist, steigen die Ölbestände der USA. Normalerweise sorgen steigende Bestände aber für Preisentspannung. Die Spannungen wegen der Atompolitik des Iran überlagern an den Ölmärkten diese Nachrichten.

Sollte der Iran-Konflikt nicht bald beigelegt werden, halten Analysten einen Anstieg des Ölpreises auf 70 Dollar für möglich. Die nächste Stufe der Verschärfung droht am 2. Februar, wenn Mitglieder der Internationalen Atomenergiebehörde über eine Resolution gegen den Iran beraten.

Der Iran ist mit 2,5 Millionen Barrel am Tag nach Saudi-Arabien der zweitgrößte Produzent der Organisation Erdöl exportierender Staat (OPEC). Im Jahr 2004 wurden im Iran rund 200 Millionen Tonnen Öl gefördert, das ist in etwa der Jahresverbrauch von Deutschland und Großbritannien. Der deutsche Markt wird allerdings kaum mit Öl aus dem Iran versorgt, das vor allem nach Indien, Japan und Malaysia geht.

Und in Nigeria haben Aufständische am Montag nach Polizeiangaben ihre Angriffe auf Öl-Anlagen fortgesetzt. Wie die Polizei mitteilte, griffen Aufständische eine Ölplattform von Agip an. Der Übergriff konnte aber von Sicherheitskräften abgewehrt werden, wie ein Vertreter des Unternehmens mitteilte. Die Ölproduktion sei daher nicht beeinträchtigt worden. In Nigeria kommt es seit rund einem Monat zu Übergriffen auf die Öl-Infrastruktur des Landes.

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