Konjunktur
Ölpreis nach US-Lagerdaten weiter kräftig unter Druck

dpa-afx NEW YORK/LONDON. Der Ölpreis ist am Donnerstag nach einem überraschenden Anstieg der Lagerbestände in den USA den zweiten Tag in Folge kräftig unter Druck. Im Nachmittagshandel kostete ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte WTI mit Auslieferung im Juni 71,37 Dollar und damit 91 Cent weniger als am Vortag. Seit der Veröffentlichung der US-Reserven am Mittwochnachmittag ist der Ölpreis um mehr als drei Dollar gefallen. Damit entfernte er sich deutlich vom Rekordhoch von 75,35 Dollar.

An der Rohstoffbörse in London ist der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent mit Auslieferung im Juni ebenfalls weiter gesunken. Hier kostete ein Barrel 71,64 Dollar und damit einen Dollar weniger als zum Handelsschluss am Vortag.

LagerbestÄNDE Bleiben EIN Thema AM Markt

"Die Lagerbestände in den USA sind weiterhin das große Thema an den Rohstoffmärkten", sagte Dariusz Kowalczyk von CFC Seymour Securities in Hongkong. Die Benzinvorräte stiegen in der abgelaufenen Woche nach Angaben des US-Energieministeriums um 2,1 Mill. Barrel. Analysten hatten hingegen einen Rückgang um 700 000 Barrel erwartet. Die Rohölbestände stiegen überraschend um 1,7 Mill. Barrel.

Bei den Benzinvorräten in den USA war dies der erste Anstieg seit Ende Februar. Seit Wochen hätten die Verbraucher einen Anstieg der US-Reserven herbeigesehnt, sagte Dora Borbely von der Dekabank. Die jüngsten Daten hätten zunächst einmal für eine Erleichterung an den Märkten gesorgt.

Keine Entwarnung

Trotz des deutlichen Preisrückgangs an den Ölmärkten geben Experten allerdings noch keine Entwarnung. Die Sorge vor einer Eskalation im Atomstreit mit dem Iran habe den Handel mit Rohöl weiter fest im Griff, sagte Kowalczyk. Eine neue Rekordjagd beim Ölpreis sei daher nicht auszuschließen.

Auch die Dekabank sieht mittelfristig weiterhin "deutliche Aufwärtsrisiken" für den Ölpreis. Neben dem Atomstreit könnten sich auch die Unruhen im größten afrikanischen Förderland Nigeria und die Verstaatlichung der Ölindustrie in Boliven preistreibend auswirken, sagte Borbely.

Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) bleibt auch nach einem leichten Rückgang über 68 Dollar. Nach Angaben des Opec-Büros in Wien vom Donnerstag kostete ein Barrel (159 Liter) aus der Förderung des Kartells am Mittwoch im Durchschnitt 68,08 Dollar. Das waren 32 Cent weniger als am Vortag.

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