Konjunkturdaten finden stärkere Beachtung: Schwächere US-Daten stützen Euro nur kurz

Konjunkturdaten finden stärkere Beachtung
Schwächere US-Daten stützen Euro nur kurz

Der Kurs des Euro hat sich am Freitag nach Bekanntgabe unterschiedlich aufgenommener Wirtschaftsdaten aus den USA nach kurzer Erholung kaum verändert gezeigt.

HB FRANKFURT. Am späten Nachmittag wurde die europäische Gemeinschaftswährung mit 1,2385 US- Dollar notiert. Zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,2384 (Donnerstag: 1,2468) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8075 (0,8021) Euro.

Von der Veröffentlichung der schwächer als erwartet ausgefallenen Daten zum US-Wirtschaftswachstum habe der Euro zunächst profitieren können, sagte Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus&Burkhardt. Zunächst war die Gemeinschaftswährung bis auf ein Tageshoch von 1,2493 Dollar gestiegen, anschließend aber wieder unter die Marke von 1,24 Dollar gesunken.

Am Nachmittag hätten dann besser als erwartet ausgefallene Indikatoren zur zukünftigen Entwicklung der US-Wirtschaft den Dollar unterstützt. Vor dem G7-Treffen Anfang Februar und in der kommenden Woche anstehender US-Konjunkturdaten verhielten die Märkte sich vorsichtig, sagte Sartoris.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,6846 (0,6850) britische Pfund, 131,06 (132,13) japanische Yen und 1,5626 (1,5621) Schweizer Franken fest. Die Feinuze Gold kostete in London 399,25 (405,70) Dollar.

„Die Konjunkturdaten finden jetzt wieder stärkere Beachtung als während der Hausse des Euro im Dezember und Anfang Januar“, hieß es bei einer Bank in Frankfurt. „Es sieht so aus, als honoriere der Markt nun die gute Entwicklung der US-Wirtschaft mehr als früher“, erläuterte Antje Praefcke von der Helaba, Landesbank Hessen-Thüringen. Die Daten könnten Aufschluss über den Zeitpunkt einer möglichen Zinserhöhung geben. Einige Händler verwiesen in diesem Zusammenhang auch auf die US-Präsidentenwahl am 2. November. Die unabhängigen Notenbanker wollten sich aus dem Wahlkampf gewiss heraushalten, sagten Händler. Dies spreche für einen eher früheren Zeitpunkt.

Dafür spreche auch das am Vorabend veröffentlichte Protokoll der Fed-Sitzung von Dezember, als die Notenbank noch für „beträchtliche Zeit“ niedrige Zinsen in Aussicht gestellt hatte. Erstmals seit August hatte der Offenmarktausschusses (FOMC) aber in dieser Woche auf diese Formulierung verzichtet. Einige FOMC-Mitglieder hatten dem Protokoll zufolge sogar schon im Dezember die Ansicht vertreten, dass ein solcher Verzicht der Fed mehr Flexibilität geben könnte. Dies habe das Risiko einer Zinsanhebung weiter erhöht, erklärten Analysten.

Entscheidend für die mittelfristige weitere Kursentwicklung des Euro werde aber das Ergebnis des Treffens der Finanzminister der sieben führenden Industriestaaten (G7) am Ende nächster Woche sein. „Da ist alles möglich, und wir müssen bis dahin mit einer hohen Volatilität rechnen“, prognostiziert Praefcke.

Viele Analysten hatten den Höhenflug des Euro im vierten Quartal 2003 vor allem auf die Forderung der G7-Finanzminister nach einer höheren Flexibilisierung der Wechselkurse zurückgeführt. Allerdings hatte die US-Regierung seinerzeit vor allem die asiatischen Regierungen im Auge gehabt, die auf Grund von teils festen Wechselkursrelationen die Exporte ihrer Länder in die USA auf Kosten der US-Industrie stützen.

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