Konjunkturdaten stützen Euro kämpft um die 1,11-Dollar-Marke

Janet Yellens Rede vom Freitag wirkt auch zu Wochenbeginn nach. Am Morgen rutschte der Euro zunächst unter die 1,11-Dollar Marke, legte dann aber wieder zu. Die robusten Konjunkturdaten stützten die Gemeinschaftswährung.
Update: 30.05.2016 - 19:08 Uhr
Die Gemeinschaftswährung gerät wieder unter Druck. Quelle: dpa
Euro - Dollar

Die Gemeinschaftswährung gerät wieder unter Druck.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer Eurokurs hat am Montag nach anfänglichen Verlusten zugelegt. Am späten Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1143 US-Dollar. Im asiatischen Handel war der Kurs kurzzeitig erstmals seit Mitte März unter die Marke von 1,11 Dollar und bis auf 1,1098 Dollar gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1139 (Freitag: 1,1168) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8978 (0,8954) Euro.

Robuste Konjunkturdaten stützten die Gemeinschaftswährung, hieß es am Markt. Die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone hatte sich im Mai deutlich aufgehellt. Auch das enger gefasste Industrievertrauen hatte sich verbessert. Zudem war die französische Wirtschaft im ersten Quartal etwas stärker als bislang angenommen gewachsen. Bei der Inflation in Deutschland gab es keine Überraschungen. Die Teuerungsrate hatte im Mai wie erwartet mit 0,1 Prozent im niedrigen positiven Bereich gelegen.

Was Sie über den Devisenhandel wissen müssen
Frankfurter Skyline im Sonnenuntergang
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Weltweiter Riese

Der Devisenmarkt ist der liquideste Markt der Welt. Währungen werden an diesem Foreign Exchange (FX) direkt oder indirekt zwischen den einzelnen Marktteilnehmern gehandelt.

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Wer handelt da?

Dominiert wird der Devisenmarkt von großen, institutionellen Investoren wie Banken, Hedge- oder Investmentfonds. Wichtig sind insbesondere die Zentralbanken, die über Devisenkäufen oder –verkäufe ihre Währungen zu stützen. Vor allem bei asiatischen Zentralbanken sind diese sogenannten Devisenmarktinterventionen üblich. Privatanleger können allerdings auch am Währungsmarkt aktiv werden, wie etwa die Causa Uli Hoeneß gezeigt hat.

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Wie Privatanleger in den Handel einsteigen

Für den direkten Handel am Devisenmarkt wird ein Depot bei einem entsprechenden Broker benötigt. Immer mehr Online-Broker bieten solche Depots an, Anleger müssen genau hinschauen, um seriöse Angebote herauszufiltern. Verbreiteter ist der indirekte Handel über Derivate. Hier bestehen verschiedene Möglichkeiten.

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Mit welchen Derivaten gehandelt werden kann

Wer die einzelnen Währungspaare nicht direkt kaufen oder verkaufen will, muss auf Derivate ausweichen. Das geht beispielsweise mit Hilfe von Devisenoptionen, also strukturierten Produkten. Mit ihnen erwirbt der Anleger das Recht, eine bestimmte Währung zu einem bestimmten Zeitpunkt oder Wert zu kaufen oder zu verkaufen. Er ist allerdings nicht dazu gezwungen. Eine Kaufoption wird als Call bezeichnet, bei einer Verkaufsoption handelt es sich um einen Put. Grundsätzlich handelt es sich dabei um Wetten auf eine bestimmte Kursentwicklung.

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Was sind Margins?

Eine Margin fordern Banken von ihren Kunden, wenn diese Devisen handeln wollen. Es handelt sich dabei also um Geld, welches zur Absicherung der Geschäfte bei der Bank hinterlegt werden muss. Privatkunden müssen mit Margins von etwa 0,5 bis 2,5 Prozent rechnen. Wer also mit 100.000 Euro Währungen handeln will, muss bei einem Satz von einem Prozent 1000 Euro bei der Depotbank hinterlegen.

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Welche Risiken bestehen?

Wie der Fall Hoeneß gezeigt hat, lassen sich mit Währungsgeschäften zwar sehr schnell viele Millionen erwirtschaften, die Gewinne können sich aber auch genauso schnell wieder in Luft auflösen. Denn oft reichen kleine Kursbewegungen aus, um das Verhältnis zwischen Gewinnen und Verlusten im eigenen Depot zu kippen. Und gerade der Devisenmarkt ist ständig in Bewegung.

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Warum ist der Markt so volatil?

Die starken Schwankungen am Devisenmarkt resultieren aus den zahlreichen Einflussfaktoren, die darauf einwirken. Nicht nur die Zinsen und geldpolitische Entscheidungen können den Wechselkurs beeinflussen, auch politische Ereignisse wie Kriege, die Inflationsrate oder Naturkatastrophen können Währungskurse bewegen.

Trotz der Erholung am Montag ist der Eurokurs im mehrwöchigen Vergleich weiter relativ schwach. Verantwortlich dafür sind vor allem gestiegene Zinserhöhungserwartungen in den USA. Zuletzt hatte am Freitag die Präsidentin der US-Notenbank Fed, Janet Yellen, eine baldige Zinsanhebung in Aussicht gestellt, ohne allerdings einen konkreten Termin zu nennen..

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,76125 (0,76245) britische Pfund, 123,85 (122,46) japanische Yen und 1,1058 (1,1068) Schweizer Franken fest. Ein Fixing des Preises für eine Feinunze Gold wurde in London aufgrund eines Feiertags nicht durchgeführt. Zuletzt wurde der Preis am Freitag bei 1216,25 Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete am Montag 33 810,00 (Freitag: 34 530,00) Euro.

  • dpa
  • jur
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