Konjunkturhoffnungen
US-Ölpreis springt auf Jahreshoch

Die Ölpreise drängen weiter aufwärts. US-Öl der Sorte WTI kostet wieder fast 60 Dollar, seit Mitte Februar sind die Preise um 70 Prozent gestiegen. Auslöser der Bewegung sind Hoffnungen auf ein schnelles Ende der Wirtschaftskrise. Experten sehen hierfür aber keine Anzeichen und warnen vor Übertreibungen.

HB DÜSSELDORF. Die Ölpreise haben am Dienstag mit der Hoffnung der Anleger auf ein Ende der Wirtschaftskrise und einer guten Stimmung an den Aktienmärkten zu einem neuen Höhenflug angesetzt. Zeitweise erreichte US-Öl sogar ein neues Jahreshoch: Mit 59,68 Dollar verpasste der Preis für ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) mit Auslieferung im Juni nur knapp den Sprung über die Marke von 60 Dollar und erreichte den höchsten Wert seit Ende November 2008. Im Mittagshandel rutschte der Preis für US-Öl wieder etwas ab und stand bei 59,23 Dollar. Das sind 73 Cent mehr als am Vortag.

An der Rohstoffbörse in London hat der Preis für Rohöl der Nordseesorte Brent nach einer kleinen Schwächephase am Montag ebenfalls wieder an die starken Gewinne von der Vorwoche angeknüpft. Hier verteuerte sich ein Fass um 75 Cent auf 58,23 Dollar. Seit Mitte Februar sind die Ölpreise damit insgesamt um etwa 70 Prozent gestiegen und Experten warnen schon wieder übereinstimmend vor einer Übertreibung an den Ölmärkten.

„In den kommenden Tagen ist mit einer Korrektur bei den Ölpreisen zu rechnen“, sagte Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank. Auslöser für einen Preisrutsch könnten die neusten Daten zu den Ölreserven in den USA sein, die am Mittwoch veröffentlicht werden. In der größten Volkswirtschaft der Welt „haben die Lagerbestände bereits den höchsten Stand seit 19 Jahren erreicht“, warnen auch die Fachleute der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Die Daten würden einfach gegen einen weiteren Höhenflug der Ölpreise in den kommenden Tagen sprechen.

Auch die starken Kursgewinne an den Aktienmärkten dürften schon bald als Triebfeder für die Preisrally beim Öl wegfallen, sagte Rohstoffexperte Frank Schallenberger von der LBBW. „Die Bäume an den Aktienmärkten werden nicht in den Himmel wachsen.“ Außerdem sei es noch zu früh für einen Konjunkturoptimismus als Preistreiber beim Rohöl. „Ein oder zwei Schwalben in Form von verbesserten Stimmungsindikatoren in den USA oder China machen noch lange keinen Sommer“, sagte Schallenberger.

Unterdessen gab der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) leicht nach. Nach Berechnung des Opec-Sekretariats vom Dienstag kostete ein Barrel (159 Liter) am Montag 56,11 Dollar und damit 24 Cent weniger als am Freitag. Die Opec berechnet ihren täglichen Korbpreis auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells.

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