Konjunktursorgen
Ängste belasten Rohstoffmärkte

Die Wirtschaft kommt vielleicht doch nicht so schnell in Gang wie bislang gehofft. Das jedenfalls befürchten Käufer auf den Rohstoffmärkten; sie halten sich zurück. Denn wenn die Konjunktur schwach bleibt, werden auch weniger Rohstoffe verbraucht. Aktueller Anlass für die Sorgen: die Verschärfung der Krise am US-Arbeitsmarkt.

HB FRANKFURT. Die Zahlen haben am Rohstoffmarkt auch zum Wochenschluss für Ernüchterung gesorgt. Hoffnungen auf ein schnelles Rezessionsende erhielten durch den beschleunigten Stellenabbau einen herben Dämpfer, was zu sinkenden Preisen für Rohöl und Industriemetalle führte.

Der Ölpreis hatte sich am Vortag nach den Arbeitsmarktdaten auf Talfahrt begeben und sich um fast vier Prozent verbilligt. Am Freitag notierte US-Leichtöl WTI mit 66,64 Dollar je Fass 0,1 Prozent leichter, die Nordseesorte Brent lag bei 66,42 Dollar. Bei den Industriemetallen verbilligte sich Kupfer um 0,9 Prozent auf 4995 Dollar je Tonne.

"Die Daten gestern hatten eine traumatische Wirkung", sagte Stefano Vincelli von Halifax Investment Services. "Die Stimmung ist jetzt pessimistischer, wir sehen eine negative Korrelation zwischen dem US-Dollar und den Rohstoffpreisen." Anleger flüchteten in die Weltreservewährung Dollar, was das in der US-Währung abgerechnete Öl als Inflationsschutz weniger attraktiv mache.

Die Fondsgesellschaft Schroders sieht den Ölpreis langfristig aber wieder auf rund 100 Dollar je Fass steigen. "Mit einer graduellen, in etwa 18 bis 36 Monaten zu erwartenden Erholung der Weltwirtschaft wird auch die Energienachfrage wachsen", sagte Fondsmanager John Coyle. Seiner Einschätzung nach wird es zudem wegen der jüngsten Kürzungen bei Investitionen zu Angebotsengpässen kommen. Zum Jahresende 2009 sieht Coyle den Ölpreis in Richtung auf 75 Dollar je Fass steigen.

Gold auf Erholungskurs

Gold erholte sich von seinen wechselkursbedingten Vortagesverlusten. Der Preis für das Edelmetall stieg um 0,5 Prozent auf 933 Dollar je Feinunze. Dass Gold von der angestiegenen Risikoaversion am Donnerstag nicht profitiert hatte, wunderte die Analysten der Commerzbank nicht. "Offensichtlich zeigen die Investoren Gold derzeit die kalte Schulter, sondern flüchten lieber in den sicheren Hafen des Rentenmarktes", hieß es.

Immerhin scheine sich die Schmucknachfrage leicht zu erholen. "Schmuckhändler berichten von einem Anstieg der Goldumsätze in Abu Dhabi um 30 bis 40 Prozent im Juni im Vergleich zu Mai", erklärte die Bank. Die Türkei, einer der größten Goldnachfrager weltweit, habe im Juni 4,3 Tonnen Gold importiert. Im Mai gab es dagegen überhaupt keine Goldimporte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%