Konjunktursorgen
Anleger stoßen Dollar-Bestände ab

Der Absturz des Dollars setzt sich fort. Schlechte Daten zum US-Verbrauchervertrauen und die Erwartung einer erneuten Lockerung der Geldpolitik der Fed setzen der US-Währung zu. Sie fällt im Vergleich zu allen wichtigen Weltwährungen zurück. Der Euro-Dollar-Kurs steigt auf fast 1,36 Dollar.
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HB FRANKFURT. Der Kurs des Euro hat am Mittwoch an die starken Kursgewinne vom Vortag nach schlechten US-Konjunkturdaten anknüpfen können und weiter leicht zugelegt. Im frühen Handel stand die Gemeinschaftswährung bei 1,3587 US-Dollar. Damit kostete ein Dollar 0,7358 Euro. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstag auf 1,3460 (Montag: 1,3477) Dollar festgesetzt.

Händler erklärten den neuen Höhenflug des Euro mit unerwartet schwachen Konjunkturdaten aus den USA. Volkswirte der Commerzbank sprachen von "grottenschlechten" Daten zum Verbrauchervertrauen in den USA. Für die Experten werden damit weitere Maßnahmen der US-Notenbank zur Stützung der amerikanischen Wirtschaft immer wahrscheinlicher.

"Der Euro setzt seine Aufwärtsbewegung unter Schwankungen fort", kommentierten Experten der Landesbank Hessen- Thüringen den Handel an den Devisenmärkten am Morgen. Allerdings seien im weiteren Handelsverlauf zunächst keine weiteren wichtigen Konjunkturdaten zu erwarten. Die Kursbewegungen beim Euro dürften sich daher in Grenzen halten

Belastend für den Dollar wirken auch anhaltende Spekulationen um eine baldige Lockerung der Geldpolitik in den USA. Den Dollar-index, der den Wert der US-Währung gegenüber einem Korb aus sechs anderen Währungen misst, drückte das am Morgen bis auf ein Achtmonatstief von 78,856 Zähler. Zum Yen sackte der Dollar unter die Marke von 83,68 Yen ab, dem tiefsten Stand seit dem 15. September. An dem Tag hatte die Bank of Japan gegen die Stärke der eigenen Währung am Devisenmarkt interveniert.

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  • anstatt vom "neuen Höhenflug des Euro" zu reden,
    könnte man auch ein paar Zahlen mit ins Spiel bringen,
    welche dann die Ursache der eigentl. Problematik, nämlich:
    dem "Absturz des US-Dollar" skizzieren...

    ... die da wären:

    Handels- und Leistungsbilanzdefizit;
    Verschuldungssituation der US-Volkswirtschaft;
    US-Neuverschuldung.

    z.b.:
    US-Haushaltsdefizit
    2008: ca 500 MRD USD
    2009: ca 1300 MRD USD
    2010: ca 1600 MRD USD


    Wachstum d. US-Nationalverschuldung
    2008: 1000 MRD USD
    2009: 1900 MRD USD
    2010: ? ... "schaun' mer mal ..."


    abschließend könnte man noch den chin. Finanzminister zitieren, welcher, auf die Frage, ob China weiterhin seine Exporterlöse in US-Dollar belassen wolle, o-Ton meinte:

    "So viele Dollars wie die USA zum Aufhalten der herannahenden Flut benötigen, gibt es auf der ganzen Welt nicht ..."


    Meine Meinung dazu:

    Über kurz oder lang inflationieren sich "unsere amerikanischen Freunde" ihre Schulden weg.
    ... ihnen bleibt auch gar nix anderes mehr übrig;
    Eine Volkswirtschaft mit so einer horrenden Zinsbelastung (Staat, Unternehmen, Verbraucher) KANN überhaupt nicht wettbewerbsfähig werden, da die Lebenshaltungskosten dadurch höher geworden sind, als die Arbeitnehmer mit ihrer Arbeitsleistung am Weltmarkt als Einkommen erzielen könnten.

    Szenario:

    Früher oder später, vermutl. an einem Sonntag,
    wird der US-Präsident vor ans Pult treten -hinter ihm die Regierungs-Chefs der G20- und der Weltöffentlichkeit die "freudige" Nachricht mitteilen ...

  • Das ist gut so. Je schneller das Spektakel zu Ende geht, um so besser,.
    im letzten Jahrzehnt fand der größte Geldbetrug aller Zeiten statt.
    Die Menschen wurden belogen und verarscht nach Strich un Faden. Und- sie werden es weiter.
    ich wundere mich immer wieder, dass sich immer noch so viele Durchschnittsbürger abzocken lassen.
    Aus mehreren Geldentwertungen des letzten Jahrhunderts hat niemand etwas gelernt.
    Das Spiel ist immer das Gleiche, es beginnt immer wieder von vorne- und alle spielen mit.
    Eines ist sicher, die große Nummer kommt erst noch.
    Da will doch jeder dabei sein-oder?
    Nur-es ist wie beim Monopoly -Spiel--einer gewinnt- alle Anderen sind pleite-bankrott- sie haben ihr Geld verspielt. Wie in der realen Welt.
    Wer nichts mehr hat, muß dann vom Staat wiederum alimentiert werden, dieser macht es wieder auf Pump, die Schuldenspirale ght weiter. Der tödliche Kreislauf-bis zum Kollaps.

  • Notenpresse oder Umschuldung werden den Dollarkurs künftig massiv unter Druck setzen, siehe http://www.bloomberg.com/news/2010-08-11/u-s-is-bankrupt-and-we-don-t-even-know-commentary-by-laurence-kotlikoff.html mit Verweis auf den bericht des iMF zum US-Defizit v. 12.7.2010.

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