Korrektur nach dem Höhenflug
Silberpreis erholt sich nach seinem Kollaps

Trotz der drastischen Preisabschläge bei Silber und – in abgeschwächter Form – bei Gold zeigen sich Analysten gelassen. Sie werten den Absturz überwiegend als Korrektur nach dem Höhenflug.

HB/ina FRANKFURT. „Wir rechnen mit einem Wiedereinstieg der Investoren, wenn auch vielleicht erst nach einer weiteren Welle von Gewinnmitnahmen“, sagte Anindya Mohinta von J.P. Morgan Securities. John Reade von der Investmentbank UBS ist für die kommenden Tage ebenfalls vorsichtig, hält jedoch an seinen Einmonatsprognosen für Silber bei 14 Dollar und Gold bei 610 Dollar je Unze (31 Gramm) fest.

Am vergangenen Donnerstag waren die beiden Metalle bis auf knapp 14,70 bzw. rund 646 Dollar gesprungen, hatten damit die höchsten Stände seit 23 bzw. 25 Jahren markiert. Dann setzten massive Verkäufe ein, die bis zum Folgetag andauerten und den Silberpreis um ein Fünftel bis auf 11,60 Dollar stürzen ließen, während Gold mit einem Rückgang bis auf 610 Dollar je Unze glimpflich davon kam. Wegen der Stärke des Preisrückganges wurde der Handel mit Silber-Terminkontrakten in New York zeitweise eingestellt. Bis zum Wochenende kletterten die Preise wieder auf 13 bzw. 633 Dollar pro Unze.

Viele Branchenkenner werten die hektischen Preisbewegungen insbesondere am sehr engen Silbermarkt als eine natürliche Reaktion in einem Aufwärtstrend, der in den vergangenen Wochen stark an Tempo gewonnen hatte. „Einen so scharfen Rückschlag nach einer solchen Rally würde man als gesunde Korrektur betrachten, nach deren Ende die Preise weiter steigen können“, urteilten Analysten der Standard Bank. Noch vor vier Wochen notierte Silber erst bei zehn, Gold bei 550 Dollar je Unze.

Kenner des Silbermarktes hatten in den vergangenen Wochen häufiger vor Korrekturen gewarnt, auch mit dem Hinweis, es sei zuletzt viel spekulatives Geld in diesen Markt geflossen. Anleger dagegen zogen ihre Phantasie bisher unter anderem aus der erwarteten Notierung eines Silberfonds in den USA, der dem Metall neue Investorenkreise erschließen könnte. Generell profitieren die Metallpreise seit dem Start ihrer Hausse vor etwa fünf Jahren von wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten und damit von ihrem Status als „sichere Häfen“ sowie von einer prekären Angebots-Nachfrage-Lage, verschärft unter anderem durch die steigende Nachfrage aus Schwellenländern.

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