Korrekturphase oder Trendwende?
Euro fällt zeitweise auf Zwei-Monats-Tief

Der Euro ist am Montag zum Dollar zeitweise auf den tiefsten Stand seit rund zwei Monaten gefallen. Händler erklärten die Verluste mit Erwartungen der Anleger, die in den USA anstehenden Unternehmenszahlen würden überwiegend positiv ausfallen.

rtr FRANKFURT. Insbesondere spiegelte sich diese Erwartung nach Aussage von Marktteilnehmern im Aktienhandel wider. Der Deutsche Aktienindex Dax lag am Nachmittag rund 1,8% im Plus. Die Future-Kontrakte auf die US-Aktienindizes nahmen ebenfalls eine freundliche Eröffnung in New York vorweg. „Die Märkte werden den Aktien folgen und das sollte vor allem für den Dollar günstig sein“, sagte Analyst Julian Jessop von Standard Chartered. „Es ist mit Blick auf die Unternehmensergebnisse einiger Optimismus da - besonders für den Technologiesektor.“

Bis zum Nachmittag erholte sich der Euro auf 1,1300 Dollar, nachdem er am Vormittag mit 1,1244 Dollar ein Zwei-Monats-Tief erreicht hatte. Am Freitagabend in New York war der Euro mit 1,1276 aus dem Handel gegangen. Vor rund einem Monat hatte die Gemeinschaftswährung noch mit 1,1932 Dollar ihren höchsten Stand seit Einführung an den Kapitalmärkten erreicht.

Im Referenzkursverfahren EuroFX wurde der Kurs des Euro mit 1,1282 (Freitag 1,1321) Dollar festgelegt. Die Europäische Zentralbank (EZB) ermittelte den Referenzkurs mit 1,1299 (1,1315) Dollar.

Die Erholung des Euro zum Dollar im Tagesverlauf führten Händler auf Verluste der US-Währung zum japanischen Yen zurück. Analysten erwarten, dass die bevorstehende Erholung der Weltwirtschaft sich vor allem auf Japan positiv auswirken wird. Deshalb fließe nun Kapital aus dem Dollar in den Yen-Raum. Der Euro habe nebenbei davon profitiert und sich etwas erholt.

Mit Spannung warten die Anleger auf die Anhörung von US-Notenbankchef Alan Greenspan am Dienstag vor dem US-Kongress. Die Rede Greenspans dürfte nach Einschätzung der Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt richtungweisend für das weitere Vorgehen der US-Notenbank Fed sein.

Die Verluste des Euro in der jüngsten Vergangenheit erklären Analysten vor allem mit einem geänderten Anlageverhalten weltweit. In den vergangenen Monaten hätten die Anleger ihr Geld dort geparkt, wo sich die höchsten Renditen anboten. Davon habe der Euro profitiert, weil die Renditen der Euro-Staatsanleihen die der US-Bonds übertrafen. Diese Renditen leiten sich aus dem jeweiligen Leitzins ab, der in der Euro-Zone bei 2,0% und in den USA bei 1,0% liegt.Nun konzentrieren sich die Anleger den Analysten zufolge stärker auf Aktien. Sie verkaufen also Euro-Anleihen, kaufen aber nicht automatisch auch Euro-Aktien. Versprechen etwa Dollar-Aktien höhere Gewinne, dann fließt Kapital aus der Euro-Zone in den Dollar-Raum und der Euro fällt zum Dollar.

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