Kräftiger Rückschlag
Jetzt wird Gold verkauft

Noch gestern markierte Gold ein neues Rekordhoch über 1.900 Dollar. Doch seither geht es mit hoher Geschwindigkeit abwärts. Für weiteren Abwärtsdruck könnte die Terminbörse in Chicago sorgen.
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FrankfurtÜberraschend robuste Daten der US-Industrie haben den Goldpreis am Mittwochnachmittag unter Druck gesetzt. Das Edelmetall verbilligte sich in der Spitze auf 1764 Dollar je Feinunze, nachdem der Preis im frühen Handel noch bis auf 1853 Dollar gestiegen war. Anschließend erholte sich der Preis etwas, blieb aber unter der Marke von 1.800 Dollar. Am Vortag hatte Gold erstmals mehr als 1.900 Dollar gekostet und war auf ein Allzeithohc von 1.911 geklettert, ehe die Gewinnmitnahmen einsetzten. In Euro kostete Gold am Nachmittag nur noch 1.220 Euro je Unze - 110 Euro weniger als vor Beginn der Gegenbewegung.

Händlern zufolge hatten Anleger nach dem Erreichen eines neuen Rekordhochs von 1911 Dollar je Unze Gewinne eingestrichen. Nun richteten die Anleger ihre Augen auf das Treffen der US-Notenbank Federal Reserve in Jackson Hole am Donnerstag und Freitag, sagte Analyst Carl Firman von VM Group. „Es wird noch ein Hin und Her bei den Preisen geben, weil sich jeder fragt, ob die Fed eine neue Runde der lockeren Geldpolitik einläutet oder nicht.“

Sollte die Fed kein „Quantitative Easing 3“(QE3) in Jackson Hole signalisieren, rechnen Analysten mit Turbulenzen an den Aktienmärkten und einer wiedererstarkten Nachfrage nach Gold. Allerdings sei ein vorübergehender Preisrückgang von 200 bis 300 Dollar pro Feinunze denkbar, nachdem das Edelmetall zuletzt so stark nachgefragt worden sei, sagte Ashok Shah, Investmentchef bei London & Capital. Im August ist der Goldpreis bisher um 13,5 Prozent gestiegen, was dem stärksten Anstieg innerhalb eines Monats seit zwölf Jahren entspricht.

Für Unruhe am Goldmarkt sorgte die Befürchtung, dass immer mehr Börsenbetreiber auf höhere Sicherheiten bei Produkten auf das Edelmetall pochen könnten. Die Shanghai Gold Exchange fordert seit dieser Woche bereits höhere Margen. Die Rohstoffbörse in Hongkong hat die geforderte Marge bei einem Kontrakt auf 26 Prozent angehoben. Mit Spannung wird nun darauf geschaut, ob die CME einen ähnlichen Schritt unternehmen wird.

Am Rohölmarkt hielten sich Anleger wegen der weiter unübersichtlichen Lage in Libyen und der Sorge um die Entwicklung der Weltkonjunktur zurück. Der Preis für die Nordseesorte Brent notierte am Nachmittag fast unverändert bei 109,29 Dollar pro Fass. US-Leichtöl wurde mit 85,37 Dollar je Barrel bewertet. In Libyen rief Muammar Gaddafi seine Anhänger dazu auf, Tripolis von den Rebellen „zu säubern“. Wann die libyschen Öllieferungen in großem Umfang wieder aufgenommen werden können, ist weiter unklar. Der Kupferpreis notierte mit 8844 Dollar je Tonne etwas niedriger.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Diese paar läppischen Korrekturprozente nach Süden beunruhigen doch fast niemanden.
    Physisches Gold im Tresor ist für mich eine Absicherung gegen unsere unfähigen Politiker und gegen die Spielgeldwährungen Euro und Dollar.
    Diese Notenbanker können eben Gold nicht nachdrucken, und ebenso stinkt es diesen Herren und Damen, wenn Privatleute Gold kaufen und lagern, anstatt das Geld den Bankgangstern zu geben für deren Spekulationen.
    Mein Ziel nach wie vor: mindestens 1900 bis 1950 Dollar für die Unze bis Ende 2011.
    Helikopter Ben wird morgen abend QE3 verkünden und damit die Dollarspielgeldmenge vergrößern.

  • Es liegt in der Natur der Sache bei so starken Ausschlägen des Goldpreises die Margins anzupassen. Es ist durchaus möglich auch tägliche Anstiege oder Abstiege von jeweils 10% zu erleben, selbst wenn der Handel zwischendurch unterbrochen wird. 2000 sind ebenso täglich möglich wie auch 1600 $ für die Feinunze. Nur lassen sich 1750 oder gar 1600 nicht häufig wiederholen. Die Mengen die hierzu physisch auf den Markt geworfen werden müssen liegen dann bereits bei täglich fast 5% der Weltjahresproduktion.

  • Ich hoffe Gold verliert 90% (glaube an 50) - Vielleicht kauf ich mir dann mal nen Ring.

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