Krise in Nordafrika: Welche Energiereserven Europa hat

Krise in Nordafrika
Welche Energiereserven Europa hat

Die Unruhen in den Ölfördergebieten Nordafrikas besorgen Anleger wie Konsumenten. Auch in Europa gibt es Lagerstädten. Die Menge ist allerdings beschränkt. Woher Öl und Gas kommen.
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Frankfurt

Der Frühling scheint in weiter Ferne, in ganz Deutschland herrscht aktuell strenger Frost. Der Gasverbrauch ist aktuell auf hohem Niveau. Die politischen Unruhen in Nordafrika und am Golf rücken die Energieversorgung Deutschlands wieder in den Blickpunkt. Die Bundesrepublik kauft im Jahr knapp 100 Millionen Tonnen Rohöl und Erdgas mit einem Energiegehalt von 1064 Milliarden Kilowattstunden. Mit Abstand wichtigster Lieferant für die deutsche Energie ist Russland. 2010 kamen knapp knapp 34 Millionen Tonnen Erdöl nach Deutschland - das entspricht 36,3 Prozent der Ölimporte. Der größte Teil davon kommt über die Pipeline Druschba ("Freundschaft) ins Land, die Raffinerien im brandenburgischen Schwedt und in Leuna in Sachsen-Anhalt beliefert.

Eine besonders wichtige Rolle für Deutschland spielt Nordsee-Öl: Großbritannien ist mit einem Anteil von 14 Prozent zweitwichtigster Öllieferant, Norwegen steht mit 9,5 Prozent Marktanteil an Nummer drei. An vierter Stelle steht Kasachstan mit 8,7 Prozent der deutschen Rohölimporte.

Das Land hat damit Libyen überholt, das 2010 mit 7,3 Millionen Tonnen oder 7,8 Prozent des deutschen Ölbedarfs lieferte. Wichtigster libyscher Erdöl-Exporthafen ist nach Angaben des Mineralölwirtschaftsverbandes die Stadt Benghasi, in der die Unruhen ihren Anfang nahmen. Die Sicherheitskräfte haben dort anscheinend inzwischen die Kontrolle verloren.

Insgesamt liefern 33 Staaten Erdöl nach Deutschland. Nordafrika ist reich an Erdgas, spielt aber bei Versorgung Deutschlands keine Rolle. Länder wie Algerien oder Libyien liefern ihr Gas in erster Linie nach Südeuropa. Deutschlands wichtigster Gaslieferant ist Russland. Knapp ein Drittel der Gasimporte kommen aus den russischen Feldern. An zweiter Stelle steht Norwegen, das weitere 29 Prozent zur Versorgung Deutschlands beisteuert, gefolgt von den Niederlanden mit einem Fünftel. Einen nicht unerheblichen Beitrag liefern zudem heimische Quellen: 13 Prozent des deutschen Gases werden in Deutschland gefördert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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