Krisenwährung
Spekulanten wetten auf Goldrally

Gold-Händler wetten auf einen kurzfristigen Anstieg des Goldpreises. Den erwarten sie allerdings schon seit einiger Zeit. In den vergangenen Wochen haben sie mit ihren Einschätzungen völlig danebengelegen.
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New YorkEs ist bereits die sechste Woche in Folge, dass Gold-Händler auf steigende Preise wetten. Sie spekulieren darauf, dass uns die Staatsschuldenkrise trotz der Beschlüsse des EU-Gipfels noch eine Weile erhalten bleiben wird. Dies wiederum dürfte dazu führen, dass Investoren auch weiterhin Gold kaufen werden, um ihr Vermögen abzusichern.

Sechzehn von Bloomberg befragte Analysten sagen für die laufende Woche eine Rally beim Goldpreis voraus. Fünf weitere bleiben neutral und zehn rechnen mit fallenden Preisen. Ein klares Signal kommt auch von den Investoren: Sie haben im Juni etwa 1,9 Mrd. Dollar zusätzlich in börsengehandelte Produkte gesteckt, die mit Gold unterlegt sind. Das ist der höchste Anstieg seit November, wie aus Bloomberg-Daten hervorgeht. Hedgefonds und andere spekulative Investoren haben zudem ihre Wetten auf eine Goldpreis-Rally die vierte Woche in Folge ausgebaut, belegen Daten der Commodity Futures Trading Commission.

Bereits am Freitag zeichnete sich ab, dass sie mit ihren Spekulationen richtig liegen könnten: Gold verteuerte sich im New Yorker Handel deutlich, angetrieben von den Ergebnissen des EU-Gipfels in Brüssel. Am Montag wurde Gold bei 1.592 Dollar je Unze um 0,3 Prozent niedriger gehandelt.

Die EU-Spitze hatte sich auf ihrem Gipfeltreffen auf Erleichterungen bei den Konditionen der Krisenkredite für die spanischen Banken geeinigt. Die EU-Hilfen werden gewährt unter Verzicht auf den vorrangigen Gläubigerstatus bei Notkrediten an spanische Banken. Auch die Konditionen für etwaige Hilfen an Italien sind gelockert worden. Bundeskanzlerin Angela Merkel gab ihren Widerstand dagegen auf. Damit steigt der Anreiz für private Geldgeber, Spanien weiter Geld zu verleihen. Zudem wurde ein Wachstumsplan im Volumen von 120 Mrd. Euro abgesegnet.

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Völlig danebengelegen

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  • Auf Gold wettet man nicht, es dient als Versicherung. Wenn Papierzocker damit Verluste machen, ist es nicht so schlimm.
    Gold & Silber Ahoi

  • "Raus aus dem Euro" ist mit Sicherheit die richtige Devise, denn die Währungsunion wird bald auseinanderfallen; zu groß sind die Gegensätze der einzelnen Staaten. Aber ich investiere hauptsächlich in Silber. Zum einen ist es viel billiger und nicht jeder hat pro Monat 1000 Euro übrig, zum anderen wird Silber in der Industrie ständig verbraucht und kann daher kaum verboten werden. Ein Goldverbot hat es dagegen zumindest in den USA schon mal gegeben. Und wenn der Crash kommt, eignen sich kleine Silberunzen perfekt zum Zahlen. Gold ist dafür zu wertvoll. Und was die wenigsten wissen: Silber ist viel seltener als Gold und daher (noch) extrem unterbewertet. Gold ist gut, um große Vermögen anzulegen, der kleine Sparer sollte lieber jeden Monat 10 - 20 Silberunzen kaufen.

  • Zum Anstieg des Goldpreises und das da irgendjemand voll daneben lag mal folgender Chart:

    http://www.pic-upload.de/view-14941459/oel-dollar-yen-2.png.html

    Er zeigt, über einen Zeitraum von mehr als 40 Jahren, wieviel Menge an US$, YEN und Gold aufbringen mußte, um die gleiche Menge an ÖL zu erwerben.

    Nicht der Preis von Gold schwankt, sondern die Kaufkraft des Papiergeldes. Einzig was hier voll daneben ist, ist mal wieder so ein Artikel der die Leute dumm hält, halten soll.

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