Krypto-Kolumne

Coin & Co. – Die Krypto-Kolumne Was vom Bitcoin-Boom bleibt

Der Bitcoin-Kurs hat nach seinem Höhenflug einen genauso schnellen Absturz erlebt. Selbst wenn die Blase platzt, hat der Hype um die Kryptowährung auch Gutes mit sich gebracht, von dem wir noch lange profitieren werden.
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Der Hype um Bitcoin & Co hat positive Entwicklungen mit sich gebracht. Quelle: AP
Kryptowährungen

Der Hype um Bitcoin & Co hat positive Entwicklungen mit sich gebracht.

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New YorkWohin steuert der Bitcoin, und mit ihm die vielen anderen Kryptowährungen? Einschätzungen, Hintergründe und Anekdoten gibt es immer freitags von den Handelsblatt-Redakteuren Astrid Dörner, Felix Holtermann und Frank Wiebe in unserer neuen Krypto-Kolumne „Coin & Co.“. Heute Teil 1: Was vom Bitcoin-Boom bleibt.

Der Bitcoin-Kurs fährt Achterbahn. Mitte Dezember brach er für kurze Zeit die Rekordmarke von 20.000 Dollar, am Dienstagabend war er nur noch die Hälfte wert, und am Donnerstag hat er sich bei knapp 12.000 Dollar vorerst stabilisiert. Doch es lohnt sich, über den finanziellen Horizont hinaus zu schauen. Denn selbst wenn der Bitcoin morgen wertlos würde (was ich nicht hoffe), hat der Hype drei positive Entwicklungen mit sich gebracht.

Erstens: eine ganze Reihe an Innovationen in den verschiedensten Bereichen von Wirtschaft und Gesellschaft.

Denn die Blockchain-Technologie, auf der der Bitcoin basiert, kann viel mehr, als „nur“ digitales Geld von einem Nutzer zum anderen beamen. Die Blockchain ist eine Art dezentralisierte Datenbank, die dank komplizierter Verschlüsselungsmethoden Mittelmänner überflüssig und Informationen schnell verifizierbar macht. Finanzinstitute, Wirtschaftskonzerne, Mittelständler und Start-ups überlegen gleichermaßen, wie sie die Blockchain-Technologie für sich nutzen können.

Die schwedische Bank SEB zum Beispiel kooperiert mit dem kalifornischen Blockchain-Start-up Ripple, um Kundengelder aus Schweden in die USA zu überweisen. Das dauert nur noch zwei Sekunden statt zwei Tage, und die Gebühren sind kaum noch der Rede wert.

Der Technologie-Riese IBM arbeitet mit Amerikas größtem Einzelhändler Wal-Mart und mit Nahrungsmittel-Herstellern wie Dole, Nestlé und Unilever zusammen, um leichter nachverfolgen zu können, woher ein bestimmtes Produkt kommt. So dauert es heute dank Blockchain Minuten statt mehrerer Tage, um den gesamten Weg einer Schale geschnittener Mangos zurück zur Farm zu verfolgen. Im Fall von Lebensmittelskandalen kann man diese Art von Informationen gar nicht schnell genug bekommen. Die Vereinten Nationen fördern ein Blockchain-Projekt, mit dem sich eine Milliarde Menschen künftig ausweisen können, die keine offiziellen Dokumente haben.

Die Blockchain hat Menschen auf der ganzen Welt neugierig gemacht. Und ohne die Schlagzeilen und die Neugier um den Bitcoin wären wahrscheinlich nicht so viele Ressourcen in diese neue Technologie geflossen.

Zweitens: mehr Zugang zu Kapital.

Sogenannte Initial Coin Offerings oder ICOs haben den Boom der kleinen Bitcoin-Alternativen in den vergangenen Monaten befeuert. ICOs sind das Pendant zu Börsengängen der klassischen Finanzwelt (IPOs). Start-ups nutzen die neue Methode, um Geld von Investoren einzusammeln und geben ihnen im Gegenzug sogenannte Token. Das sind eine Art digitale Münzen, die gehandelt werden können und ähnlich einer Aktie bestimmte Ansprüche und manchmal auch Stimmrechte beinhalten.

Sicher: Hier ist Vorsicht geboten. Finanzaufseher haben immer wieder vor Betrügern gewarnt. Doch es wäre ein Fehler, alle ICOs in dieser frühen Phase über einen Kamm zu scheren und das wahre Potenzial zu verkennen. ICOs sind ein willkommener Angriff auf die Venture-Capital-Industrie, die – ähnlich wie die Wall Street – von Männern dominiert wird und bevorzugt in von Männern geführte Start-ups investiert.

Ihre Geldgeber sind freilich bevorzugt institutionelle Anleger oder reiche Einzelpersonen. Der Durchschnittsinvestor bleibt bei frühen Investments in Start-ups wie Google oder Facebook außen vor. Und selbst wenn sie an die Börse gehen, gibt es kaum eine Chance auf die ersten, begehrtesten Aktienpakete.

ICOs bieten auch für Start-ups, die von Frauen geführt werden, eine Chance, leichter an Kapital zu kommen. Im ersten Halbjahr 2017 ging nur elf Prozent des amerikanischen Risikokapitals an Gründerinnen. Breit gestreute Token eröffnen die Möglichkeit, diese Vorbehalte zu überwinden. 

Auch geografisch ermöglicht diese Art der Finanzierung neue Freiheiten. Start-ups müssen nicht mehr im Silicon Valley sein, um millionenschwere Finanzierungsrunden zu stemmen. Sie können Geld  – dank der Blockchain – von überall und von allen einsammeln. Sind die großen Risikokapitalgeber jetzt am Ende? Nein, und das ist auch gut so, denn sie erfüllen mit ihrer Expertise und ihrem Netzwerk die wichtige Funktion, vielversprechende Jungunternehmen auszusieben und zu fördern.  Doch ein bisschen Konkurrenz tut gut – sowohl den Start-ups als auch den Kleinanlegern.

Drittens: Die Blockchain sprengt Grenzen – vor allem im Kopf.

Stellen Sie sich vor, die Städte New York, London, Frankfurt und Hongkong schließen sich zu einer Metropolregion zusammen, vergeben ihre eigenen „Staatsbürgerschaften“ (oder eher „Stadtbürgerschaften“) und geben ihre eigene Währung (zum Beispiel den Metro-Coin) heraus. Die Bürger können sich in diesen Städten frei bewegen und mit der digitalen Währung schnell und bequem bezahlen – auch die Steuern, die der Städteverbund erhebt. Früher war das allenfalls eine futuristische Fantasie. Doch die digitalen Währungen, deren Vorreiter der Bitcoin ist, machen solche Gedankenspiele möglich. Dafür sollten wir den Erfindern und Förderern des Bitcoins dankbar sein.

Hier geht es zur Seite mit dem Bitcoin-Kurs, hier können Sie aktuelle Wechselkurse berechnen.

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6 Kommentare zu "Coin & Co. – Die Krypto-Kolumne: Was vom Bitcoin-Boom bleibt"

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  • Der mit dem horizontal Bohrer oder der mit den Baumaschinen waren auch gut
    Die haben das Geld eben für nichts bekommen, der Bohrer-Mann hat immer nur Typenschilder umgeklebt und der Baumaschinen Mensch hat Schrotthaufen beliehen.
    Aber zurück zahlen geht gar nicht in diesem System.

  • @ Peter Spiegel

    Nun ja, das Geld zu bekommen dürfte einfach sein, wenn man Jürgen Schneider heißt. Dann zahlt die Bank ja bekanntlich alles. Nur leider heiße ich nicht so. :(
    Privatinsolvenz ist aber nicht so ganz einfach. Staaten etwa haben es beim Pleite gehen da wesentlich leichter - vor allem haben sie wesentlich härtere Druckmittel gegenüber ihren Gläubigern als Privatpersonen...

  • Hallo Herr Metz, ich kannte mal einen Arzt, der lebte recht gut von seinen Schulden, der hatte auch nie vor sie zu bezahlen. Der Puntk ist, das Geld erstmal zu bekommen
    und dann werden Sie Pleitier....................

  • @ Peter Spiegel

    Ich habe neulich ein schönes Kronkorken-Album entdeckt. Hätte nicht gedacht, dass es sowas wirklich gibt. Ich musste direkt an Sie denken. ;-)


    Selbstverständlich sollte man aber nicht alles auf eine Karte setzen: weder auf Kronkorken, noch auf Kryptos.
    Der Königsweg für den Vermögensaufbau in Zeiten finanzieller Repression und bedrohlicher monetärer Tektonik sieht für mich persönlich folgendermaßen und in dieser Reihenfolge aus:
    1. Schuldenabbau (wenn Sie keine Schulden haben, dann besitzen Sie schon mehr als zahlreiche Landsleute)
    2. hortendes Sparen (aber nicht mit fiat money, evtl. Hedgen allerdings schon)
    3. Investieren (bei Aktien ist Fundamentalanalyse erforderlich, bei den von mir bevorzugten Rohstoffen erst recht; was Wenige wissen: zum Investieren gehört etwa auch Investition in die eigene Bildung)
    4. Spekulieren (allerdings nur mit Risikokapital; durchaus auch Spekulation mit Kryptowährungen, aber auch hier nicht alles auf eine Karte (= Bitcoin) setzen, sondern diversifizieren, weil wir bei ihnen nämlich einen freien Wettbewerb haben und niemand definitiv wissen kann, welche letztlich reüssieren und welche auf der Strecke bleiben werden. Gestern hat hier glaube ich jemand geschrieben, Bitcoin-Cash werde die neue Weltwährung. Die Austrians sagen dazu jedoch: "Die Zukunft ist ungewiss!")

  • Alles Quatsch, der Kronen-Coin macht das Rennen.

  • Ja mein lieber Bitcoin Freund -
    hättest mal lieber schöne Aktien aus dem DAX gekauft mit niedrigen KGV und schöner Dividende - selber schuld - machst Kriminelle reich - und Dich arm!

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