Kryptowährung Achterbahnfahrt geht weiter – Bitcoin sackt ab

Nach einem spektakulären Höhenflug ist der Kurs der Kryptowährung Bitcoin nun um zwölf Prozent eingebrochen. Die Volatilität erreicht ein neues Niveau. Auch technische Probleme erschweren immer wieder das Geschäft.
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Bitcoin: Kurseinbruch um zwölf Prozent Quelle: Reuters
Bitcoin

Der Kurs der virtuellen Währung legte in dieser Woche eine rasante Berg- und Talfahrt hin.

(Foto: Reuters)

TokioDer Höhenflug des Bitcoin hat am Freitag zunächst ein Ende gefunden. Die Kryptowährung verbilligte sich um rund zwölf Prozent auf rund 14.500 Dollar. Am Donnerstag war der Kurs noch um fast 3000 Dollar gestiegen, die Kryptowährung hatte mit fast 16.000 Dollar so viel wie noch nie gekostet. Trotz des Kursrutsches am Freitag beträgt das Plus in dieser Woche noch immer mehr als 30 Prozent.

Die Kursvolatilität erreicht in dieser Woche ein neues Niveau. Auf Wochensicht bleibt, trotz des massiven Verlustes am Freitag, noch immer ein Plus von mehr als 30 Prozent. Zusätzlich zu den heftigen Ausschlägen treten auch immer wieder technische Probleme auf. Auf dem Handelsplatz Coinbase war der Bitcoin-Handel am Donnerstagabend zeitweise nicht möglich. Auch andere Marktbetreiber berichteten von Schwierigkeiten und zunehmenden Attacken von Hackern.

Die slowenische Online-Börse Nice Hash hatte am Donnerstag ihren Dienst für zunächst 24 Stunden eingestellt und teilte auf ihrer Internetseite mit, dass Bitcoins entwendet worden seien. In der Vergangenheit hatte es immer wieder Fälle von Diebstahl auf Handelsplattformen gegeben. Da es keine zentrale Instanz wie Banken, Staaten oder Notenbanken gibt, die die Transaktionen kontrollieren, gibt es im Falle entwendeter Bitcoins – anders als bei Guthaben auf einem normalen Bankkonto – keine Möglichkeit, die Transaktion rückgängig zu machen.

Problematisch ist auch, dass auf einzelnen Handelsplätzen verschiedene Kursverläufe zu sehen sind – die massiven Bewegungen vom Donnerstag blieben bei anderen Handelsplätzen aus. Während der Bitcoin am Freitagmorgen bei Coinbase knapp 16.000 Dollar kostete, notierte er auf dem Marktplatz Bitstamp bei circa 15.000 Dollar.

Damit sich Käufer und Verkäufer gegen Preisschwankungen absichern können, kommen künftig sogenannte „Futures“ auf den Markt. Die US-Börse CBOE plant, den ersten Bitcoin-Future am Sonntag in den Handel zu bringen. Es sind aber auch Spekulationen auf Kursentwicklungen möglich, auch auf einen Wertverfall.

Die Expertenmeinungen gehen deshalb weit auseinander: „Durch Future kommen Bitcoins auf der großen Bühne an“, sagte Charles Hayter, Gründer der auf Internetwährungen spezialisierten Researchfirma Cryptocompare. Andere warnen davor, dass die Schwankungen durch des Bitcoin-Kurses durch das Aufkommen der handelbaren Produkte noch weiter steigt. „Aggressive Händler wie Hedgefonds oder auf Computerhandel spezialisierte Fonds könnten mit den Futures in großem Stil auf fallende Kurse setzen, was starke Preiseinbrüche zur Folge haben könnte“, warnte Experte Naeem Aslam vom Analysehaus Think Markets.

Hinter Bitcoin stehen weder Regierungen noch Zentralbanken. Über den Preis entscheiden allein Angebot und Nachfrage. Das virtuelle Geld kann anonym transferiert werden und wird deshalb oft mit kriminellen Machenschaften in Verbindung gebracht. Zu Jahresbeginn lag der Kurs noch bei 1000 Dollar, ehe die beispiellose Rally begann.

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9 Kommentare zu "Kryptowährung: Achterbahnfahrt geht weiter – Bitcoin sackt ab"

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  • An den Herrn Dipl. Ing.: Angenommen alle Regierungen der Welt würden den Strom gleichzeitig abschalten, um die Weiterverbreitung vom Bitcoin zu verhindern. Es würde Razzien geben und sämtliche Elektronik wird konfisziert, die damit in Verdacht steht. Wenn alle - und wirklich restlos alle Full Nodes und jeder Miner beseitigt wurden, dann ist der Bitcoin tot. Halten Sie dieses Szenario für realistisch?
    Angenommen da gibt es ein einziges Gerät mit einem Full Node und einen einzigen Miner - und irgendwo schwirrt noch der Quellcode herum: Der verteilt die Software und plötzlich baut sich das Netzwerk wie von Zauberhand neu auf. Das ist ein Feature und die Grundidee, weshalb der Bitcoin überhaupt entstanden ist. Er entzieht sich der Kontrolle durch seine offene und dezentrale Architektur. Wer nach Regulierung schreit oder glaubt es sei nur ein Phänomen der Zeit, der hat den Bitcoin nicht verstanden.
    Der Bitcoin wurde schon so oft tot gesagt und er hatte schon einige wirklich üble Zeiten hinter sich. Das hinderte die Menschen, die hinter dem Bitcoin standen nicht, ihn weiter zu nutzen und weiter zu entwickeln.
    Hinzu kommt, dass es maximal 21 Millionen Bitcoins geben wird - made by design! Das ist nahezu unmöglich zu ändern. Rechnen Sie sich das einmal auf die Weltbevölkerung hoch und sagen Sie mir wie viel er noch wert sein könnte.
    Die Staaten sollen ruhig versuchen den Bitcoin aufzuhalten und zu regulieren. Sie werden scheitern. Sie kämpfen gegen einen Algorithmus, der stur seinen Weg geht. Egal wie laut sie schreien. Egal wie panisch sie reagieren. Egal welche drakonischen Strafen die Menschen erwartet, die ihn nutzen. Es gibt kein Zurück.

  • Spätestens wenn der Bitcoin zu einer ernsthaften Konkurrenz für das "staatliche" Geld der Nationalbanken wird, erfolgt massives staatliches Eingreifen. Die Staaten bzw. die Nationalbanken lassen sich nicht die Herrschaft über ihre gesetzlichen Zahlungsmittel nehmen!

    Bis dahin ist es einfach nur "Spielgeld" für das Volk, dass sich gerne reich rechnet ohne etwas dafür tun zu müssen. Kennen wir doch alles schon aus diversen "Blasen" der Finanzgeschichte. Schade, dass gerade die Jüngeren nichts aus der Geschichte lernen und selbst ihr Lehrgeld bezahlen müssen. Lesen kann vor Schaden schützen, indem man aus den Fehlern anderer Menschen lernt und nicht die gleichen Fehler begeht.

  • Na ja, die DDR wurde aber nicht durch eine Bürgerbewegung beendet.

    Sie wurde beendet, weil die Sowjetunion und somit der ganze Ostblock kollabiert ist.

    Da stellt sich dann die Frage, wann wird denn eine gelddruckende EZB kollabieren??? Es ist keine unipolare Welt mehr. Investoren rund um den Globus wünschen sich eine sehr großzügige Geldpolitik und sie bekommen diese auch auf Kosten der Sparer.

    Wie kann ein solches System kollabieren, das wie durch ein Spinnennetz gehalten wird?

  • @ x y 08.12.2017, 13:09 Uhr

    Prinzipiell stimme ich Ihnen zu:

    Dennoch:

    Die Freiheit bricht sich immer wieder ihre Bahn, manchmal vollkommen unerwartet (Beispiel: DDR). Es dauert oft nur ein Weilchen... :-)

  • Das stimmt schon, aber es geht dabei die Menschen zu brechen.

    Das Langzeitexperiment Afghanistan zeigt das sehr schön auf.

    Hoffnungslosigkeit weit und breit. Eine solche Welt wünschen sich die Eliten. Die menschlichen Roboter gehen Tag für Tag arbeiten, flexibel versteht sich, brauchen keine Rente, am besten auch keine Krankenversicherung oder jedwelche Art von Sozialabsicherung, zahlen gerne für die Propaganda im Fernsehen, nutzen das wenige Geld das ihnen übrig bleibt für sinnlose Produkte (in Afghanistan derzeit kaum möglich), gehen alle 4 Jahre "zur Wahl" oder eben nicht UND erlauben der Macht mächtig zu bleiben bei gleichbleibender Ohnmächtigkeit für den Rest der Bevölkerung.

  • @

    "Das Problem bei dieser Berechnung liegt in der Unberechenbarkeit der verarmten Bevölkerung. Gut, deswegen gibt es neue Terrorgesetze etc."

    Die "Terror"gesetze werden nichts verhindern.

    Wer nichts mehr zu verlieren hat, den schrecken diese Gesetze (oder noch deutlich schärfere) nicht ab.

  • @Herr Nampf: Vielen Dank!

    Es ist noch hinzuzufügen, dass Zentralbanken mit Bitcoins sogar Gewinn erwirtschaften und beim Platzen der Blase werden sie nicht im Fokus stehen. Es ist also eine Enteignung ohne Risiko, was es z.B. bei der Ausweitung der Geldmenge durch die Zentralbanken ganz klar nicht ist. Wenn das Geldsystem kollabiert werden die Zentralbanken sehr wohl im Fokus stehen. Es ist also eine interessante Taktik. Zum einen treibt man die Sparer in Risikoanlagen oder im sicheren Negativrealzins und danach nutzt man das durch die erste Variante investierte Geld um das System länger am laufen zu halten. Das Problem bei dieser Berechnung liegt in der Unberechenbarkeit der verarmten Bevölkerung. Gut, deswegen gibt es neue Terrorgesetze etc.

  • @ x y08.12.2017, 11:45 Uhr

    Volle Zustimmung ! Endlich schreibt jemand (Sie) etwas Sinnvolles zu diesem Thema.

  • "Hinter Bitcoin stehen weder Regierungen noch Zentralbanken. Über den Preis entscheiden allein Angebot und Nachfrage."

    Was passiert aber wenn die Zentralbanken Bitcoins kaufen und verkaufen? Wer kann ausschließen, dass das nicht der Fall ist? Wer kann das beweisen? Im Gegenteil sie hätten ein riesengroßes Interesse jedwelche Konkurrenz zu unterwandern.
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    "Das virtuelle Geld kann anonym transferiert werden und wird deshalb oft mit kriminellen Machenschaften in Verbindung gebracht."

    Anonym in Zeiten der Totalüberwachung? Wer das glaubt der tickt nicht mehr richtig. Insofern verstehe ich die wiederholten Aussagen bezüglich Anonymität in der Mainstream Presse. Kriminelle Machenschaften...sind Milliarden US$/Euro/etc. Rüstungsgeschäfte nicht kriminell? Zu wessen Wohle passiert das denn?
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    Man versucht mit solchen Bitcoinmeldungen die Leser wie in einer Waschmaschine zu schleudern und fügt alle paar Minuten ein neues Waschmittel rein. Wenn diese komplett verblendet sind, lassen sie sich richtig gut lenken und das beinhaltet ebenso die Gegenreaktion auf das was vielleicht richtig wäre und als Wahrheit behauptet wird.

    Fazit:
    Bitcoin wird langfristig auf 0 gehen. Es ist nicht anonym. Es ist nicht krimineller als der Dollar, Euro etc. und es unterstützt nicht weniger Kriminelle als es der Dollar, Euro etc. tun.

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